Die klassische Landwirtschaft läuft nach festen Regeln ab. Das Vieh wird im Stall oder auf der abgezäunten Weide gehalten. Wie viele Tiere es sind kann der Landwirt entscheiden. Auch wie viel Ackerfläche er hat und wie diese Äcker bestellt werden, bestimmt er.Qualität und Quantität werden also von ihm gesteuert. Von allem was er produziert, behält er immer auch einen Teil zurück, um es als Saat für das nächste Jahr zu nutzen. Ob Ernte oder Milch, der Landwirt hat seine festen Abnehmer, da all seine Produkte weiter verarbeitet werden müssen. Die für die Weiterverarbeitung zuständigen Betriebe, sind meist in der näheren Umgebung, da weder Milch noch Getreide allzu weit transportiert werden können. Der Landwirt muss also seine Kunden nicht suchen. Er konzentriert sich auf Qualität und Quantität seiner Produkte. In  Sachen Marketing geht es für den Landwirt vor allem darum, dass die vorhandenen Abnehmer den besten Preis zahlen und die größte Menge abnehmen.

Der Fischer hat keinen Einfluss darauf wie viele Fische im Meer sind, sein Fangergebnis hängt zum großen Teil davon ab, mit welchen Netzen er fischt und in welchen Gebieten er diese Netze auswirft. Die Qualität der Fische die in seinem Netz landen, kann er nicht steuern. Er kann all seine Fische verkaufen, denn wenn der Fang aufgebraucht ist, fährt er eben wieder raus und fängt neuen Fisch. An wen er aber seinen Fisch verkauft, dass muss er vor dem Auslaufen entscheiden und sicher stellen, denn einmal an Land, verdirbt der Fisch schnell. Seine Zielgruppe, der Abnehmer also, ist vielschichtig. Er kann sich mit seinem Fang selber an den Kai stellen und vom Kutter direkt verkaufen. Er kann sich Fischhändler suchen, die er beliefert, oder Einkäufer von allerlei Großhändlern für sich gewinnen. Der Fischer muss sich also darauf konzentrieren, mit welchen Netzen er wo fischt. Davon hängt ab, welche Zielgruppe er beliefern kann. Er kann natürlich auch umgekehrt erst entscheiden welche Zielgruppe er beliefern will und dann entsprechend der Zielgruppe Fanggebiet und -Methode abstimmen. Der Fischer muss also beim Thema Marketing sehr viele Faktoren bedenken. Sowohl Qualität als auch Quantität kann er nur bedingt beeinflussen. Dafür entscheidet er darüber welche Zielgruppe er beliefert. Diese muss er also finden und für sich bzw. seine Ware begeistern.

Beiden Berufen gemeinsam ist aber die Tatsache, dass sie keinen Bedarf wecken müssen, denn ihre Produkte sind ja die wichtigsten Grundlagen für unsere Ernährung. Wer also ein Produkt zu vermarkten hat, für das erst noch der Bedarf geweckt werden muss, der steht in Sachen Marketing natürlich vor einer sehr viel höheren Herausforderung.

Wie schaut es denn da bei ihnen aus? Sind sie eher der Landwirt? Der innerhalb einer fest vorgegebenen, kleinen Zielgruppe mit seinem Produkt den besten Preis erzielen muss. Oder gehören sie zu den Fischern, die sich aus einer diffusen, großen Masse an möglichen Abnehmern, ihre Zielgruppe heraussuchen müssen?

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