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Social Media Kommunikation-Alles Facebook oder was

Frühlingserwachen ist ja was sehr Schönes. Noch schöner finde ich, wenn dieses Erwachen sich auch auf ganz andere Bereiche ausdehnt. So zum Beispiel aktuell darauf, dass Facebook nicht die Welt und genauso wenig die einzige brauchbare Social Media Marketing Plattform ist. Für viele der, besonders in den letzten Jahren, neu geborenen Kommunikations-experten, scheint es ein sehr unangenehmes Erwachen.

Den Anstoß zu diesem Artikel gaben mir die Beiträge bei Social Secrets und Indiskretion Ehrensache die sich mit den Reaktionen auf geänderte Regeln bei Facebook sehr unterhaltsam auseinander setzen. Beide haben meine volle Zustimmung.

Facebook kann doch jeder!“ und „Wir machen irgendwas mit Facebook, das genügt und kostet nix!“ war ja nun wirklich lange genug die allgemeine Meinung, derer die glaubten Social Media Marketing verstanden zu haben. Warum es auf diesem Blog hier zum Thema „Social Media Irgendwas“ auch recht ruhig geworden war, in den letzten Monaten. Keiner wollte wissen, dass es eine professionelle Social Media Strategie, oder gar ein Gesamtkonzept für die Marken Kommunikation braucht, um neue „Marketing Kanäle“ (mag die Bezeichnung nicht, habe nur gerade keine bessere, die jeder versteht) zu erobern. Die Aufregung, dass Facebook ja eine „Datenkrake“ sei und Geld mit den Informationen der Nutzer verdient, ist ja schnell verflogen. Soweit waren ja alle dann doch einsichtig, dass diese Plattform zwar kostenlos, aber eben nicht umsonst ist. Auch versteht jeder, der sich ein bisschen Zeit dafür nimmt, sehr schnell und einfach wie alles so funktioniert auf Facebook. Naja, zumindest die Technik ist schnell erlernt und angewendet. Schnell und einfach bekommt ja auch jeder lauter Bekannte präsentiert, die bereits bei Facebook sind und mancher wundert sich, woher die beim Facebook denn wissen das ich die Leute kenne. Auch wird eine neue Seite recht schnell von vielen „geliked“ und das Gefühl wächst „Das läuft ja richtig gut hier!“, war ja alles total einfach.

Hobby oder Marke?

Natürlich erreicht man über Facebook wahnsinnig viele Leute. Wer bei seiner Geburtstagsparty unter „Polizeischutz“ stand, weil irgendwer seine private Einladung als Veranstaltung bei Facebook öffentlich gepostet hat, wird das sicherlich bestätigen. Auch für alle möglichen Freizeit Aktivitäten finden sich dort sehr schnell viele Gleichgesinnte, Mitstreiter die in den unzähligen Gruppen mehr oder weniger aktiv sind. Ob Kultur, Sport, virtueller Flohmarkt oder die unzähligen „Du kommst aus…“ Dorfseiten, Fotos, Sprüche, Gags und alles was es noch an Hobbys und Unterhaltung gibt, die Seiten wachsen sehr schnell und auf manchen findet auch tatsächlich sehr viel Interaktion statt. Es entsteht der Eindruck, manch einer ist nur durch seine Facebook Seite zu einer richtigen Berühmtheit geworden… Doch Moment mal! Beim genauen hinsehen fällt auf, da sind noch ganz andere Plattformen involviert. Denn ohne YouTube kein virtueller Video Star. Ohne Instagram & Co. wäre manch toller Fotografen mir gänzlich unbekannt und viele andere Begabungen, würden auf ein sehr kleines Publikum beschränkt bleiben, würden nicht die klassischen Lokalblätter, oder weit verbreitete Blogs und Twitter darüber berichten. Ach ja und natürlich gibt es viele Marken und Prominente, die auf ihren Seiten tausende „Likes“ haben. Doch auch da ein kleines biestiges „Moment mal!“… Die waren großteils bereits prominent, lange bevor der Student in Amerika sein Freundebuch erfunden hatte. Mir fällt so gar keine Marke ein, die durch Facebook zur Marke geworden wäre – außer Facebook und Mark Zuckerberg selber natürlich – und auch kein einziges Produkt, dass nur durch Facebook reißenden Absatz erlangt hat. [Denen die da schlauer sind als ich steht natürlich die Kommentarfunktion offen, meine Wissenslücken zu schließen] Vielleicht gibt es kleine Nischen, die ich nicht bemerkt habe, da es eventuell nicht meine Nischen sind, ich also nicht in der entsprechenden Interessen-Gruppe unterwegs bin. Doch auch ein Nischen Produkt benötigt üblicher Weise noch weitere Medien, um zur bekannten Marke zu werden.

Profis arbeiten mit Profis und die kosten nun mal Geld!

Womit ich bei der „gemeinsten“ aller Tatsachen angelangt bin, die es rund um das Thema Facebook und Social Media Marketing gibt. Markenbildung und aktive Vermarktung über Facebook, dass gibt es nicht und Social Media Marketing ist ein Wortspiel, dass im wirklichen Markt einsam sterben müsste, ohne die Menschen die klassische Kommunikations-Instrumente genauso beherrschen, wie die neuen Medien, oder eben die sogenannten „Social Medias“. Diese Menschen haben eine Berufsausbildung die eines oder mehrere Bereiche abdeckt, die unter dem großen Dach „Kommunikation“ zu finden sind. Dazu haben sie sich selber bereits viele Jahre in den neuen Medien bewegt. All die Fehler, die gemacht werden können, in der Kommunikation via Internet Plattformen, haben diese Profis längst gemacht. Wenn nicht selber, dann waren sie zumindest schon dabei, wie andere sie gemacht haben. Sie haben so die eigenen Lehren daraus gezogen. Daher wissen sie auch, dass es vollkommener Blödsinn ist, einfach mal schnell eine Facebook Seite einzurichten, im Glauben damit sei bereits der große Wurf gelungen… Zur Zeit streiken ja einige Piloten, weil sie für ihre Arbeit mehr Geld haben möchten. Ärgerlich für jeden, der auf irgendeinem Flughafen gestrandet ist, oder mit der Bahn weiter fahren muss. Verständlich für jeden, der für sich in Anspruch nimmt, dass seine professionelle Arbeit auch angemessen bezahlt wird. Es gibt sicherlich Menschen, die Flug-Simulations-Spiele beherrschen. Ich vermute mal, dass bei diesen Spielen die Cockpit Technik recht real nachgebildet ist, ein Gamer also recht gut wüsste, wozu die Instrumente im Flieger alle da sind und wie sie bedient werden. Würde jetzt wirklich jemand auf die Idee kommen, anstelle der streikenden Piloten, einen dieser Gamer an den Steuerknüppel einer großen Passiermaschine zu setzen, nur weil der ahnt wie die Technik funktioniert? Ok… ich nehme die Bahn und gehe davon aus, dass dort ein ausgebildeter Lokführer vorne sitzt und nicht jemand der sich in seiner Freizeit… 😉

 

Facebook geschäftlich nutzen

Noch ein interessanter, nützlicher Netzfund zum Thema „Facebook“.

Seit immer mehr Menschen aus diesem sozialen Netzwerk von Freunden und Bekannten eine Plattform zur Selbstvermarktung machen, taucht auch immer öfter die Frage auf, wie denn aus einem privaten Nutzerprofil eine Fanpage werden kann. Es widerspricht dem eigentlichen Sinn und Zweck von Social Media Kommunikation, als Person mehr als 5000 Freunde zu sammeln, denn da ist die Chance auf persönlichen Dialog doch nahezu unmöglich. Wenn also aus der Person eine prominente Persönlichkeit geworden ist -oder werden soll- ist es sinnvoll, das eine vom anderen zu trennen. Dadurch wird die eigene Pinnwand wieder persönlicher und somit sozialer und der Dialog rund um´s Geschäft findet auf der Unternehmensseite statt.

Wie das funktioniert und was es dabei zu bedenken gibt, das hat Renate Brokelmann in ihrem Artikel „Wie aus Freunden Fans werden“ sehr einfach und verständlich beschrieben.

Social Media Frühstückchen N°2

Ui das hat gedauert, aber endlich ist das Social Media Frühstückchen N°2 angerichtet und bietet hoffentlich eine -für die lange Wartezeit entschädigende- Auswahl an nützlichem und informativem.

Müsli: Klarheit, Wahrheit, Wichtigkeit… oder wie der virtuelle Experte zu schreiben pflegt… Transparenz, Glaubwürdigkeit, Relevanz! Das sind die wichtigsten Grundlagen für einen funktionierenden Social Media Auftritt. Im Grunde ja ganz einfach, auf den ersten Blick. Trotzdem geht gerade bei diesen 3 Punkten immer wieder etwas daneben. Bei der Transparenz zuckt die Sorge auf, zu viele Interna landen dadurch in der virtuellen Welt und jeder kann es sehen. Beim Wörtchen Wahrheit oder der Glaubwürdigkeit erstrahlen die Heiligenscheine, denn keiner würde je mutwillig die Unwahrheit verbreiten. Na ja, und Wichtigkeit oder die Relevanz… da gehen die Meinungen tatsächlich meilenweit auseinander.

Was also anfangen, mit diesen Begriffen?

Klarheit/Transparenz:

Fragen Sie sich doch einmal, was Sie an Informationen über einen potenziellen Geschäftspartner, Lieferanten oder Dienstleister brauchen, damit Ihr Interesse geweckt würde. Gehören da etwa Firmeninterna dazu? Natürlich nicht, denn sollte es tatsächlich nötig werden ins Detail zu gehen, dann erfolgt das doch erst sehr viel später, in persönlichen Gesprächen oder anderem nicht öffentlichem Austausch. Auch im privaten Bereich gibt es doch sehr vieles, dass wollen wir so genau gar nicht wissen, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Was aber durchaus interessant ist, sind Angaben dazu, wie man überhaupt mit ihnen Kontakt aufnehmen kann. Also ein Überblick über die verschiedenen Kanäle für den Dialog, sollten Sie auf jeden Fall zur Verfügung stellen. Je nachdem wie Ihre Ziele aussehen (die Sie sich doch hoffentlich vorher überlegt haben) sind ganz unterschiedliche Punkte für eine transparente Kommunikation wichtig. Grundsätzlich gilt aber, die Social Medias dienen dem Zwecke Interesse zu wecken, den Menschen die eventuell mal ihre Kunden werden könnten, einen Grund geben, mehr Informationen zu wünschen. Diese geweckte Neugierde muss dann aber auch bedient werden. Gezielte Fragen abzuwarten, bringt selten etwas. Spätestens auf ihrer Webseite muss deutlich zu erkennen sein, was Sie anbieten und was das kostet. Das ist wie auf dem Flohmarkt, die Stände an denen Preise stehen, sind meist umlagerter als die ohne. Das hat einen einfachen Grund, erst wenn ich weiß über was ich da handle, kann ich überhaupt handeln. Eben das gilt auch für Ihr Angebot, erst wenn klar ist was Sie überhaupt machen, kann sich ein anderer dafür entscheiden, ob ihn das interessiert. Vielleicht denken Sie beim lesen dieses Blog Artikels:“Wenn die hier alles was sie weiß rein schreibt, braucht sie ja keiner mehr buchen.“ Falsch, denn erstens schreibe ich hier nicht alles rein, was ich an Wissen vermitteln kann und zweitens … wenn Sie ein Buch über das Schwimmen lesen, glauben Sie dann auch, dass Sie dadurch zu schwimmen gelernt haben? Die Lust das Schwimmen zu lernen, könnte aber durch´s Lesen geweckt worden sein, oder?

Welche Informationen speziell für Ihre Social Media Präsenz transparent kommuniziert werden sollten oder sogar müssen, klärt sich spätestens in einer vernünftigen Social Media Strategie. Bis dahin sind Sie aber immer gut beraten, sich die eingangs gestellte Frage sehr genau zu beantworten.

Wahrheit/Glaubwürdigkeit: >>Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht 100 Bilder über das selbe Thema malen<<*Paplo Picasso*

Natürlich wird keiner bewusst öffentlich lügen, davon dürfen wir alle doch hoffentlich ausgehen. Was aber tatsächlich wahr oder glaubwürdig ist, hängt doch meist von dem jeweiligen Blickwinkel ab. In der Politik zum Beispiel wird das sehr deutlich. Da können sich einzelne Politiker noch so sehr anstrengen, immer bei der Wahrheit zu bleiben, solange die Politik als Ganzes für unglaubwürdig gehalten wird, wird auch dem einzelnen nicht geglaubt. Anders ist es, wenn man mit der Person im Dialog ist, wenn es also die Chance gibt, ihn näher kennen zu lernen. Dann zeigt sich, ob das was auf Plakaten oder in Pressemitteilungen verkündet wird, auch tatsächlich dem entspricht, was dieser Mensch (ja Politiker sind auch Menschen) lebt. Bei Twitter zum Beispiel kann man das sehr gut beobachten. Da gibt es diejenigen, die in 140 Zeichen immer nur das posten, was auch überall sonst geschrieben steht. Es gibt aber auch jene, die schreiben über sich. Ohne durch Marketing und PR rund gelutschten Firlefanz, sondern eben die ganz persönliche Meinung. Das sind dann auch die Menschen, denen im Laufe der Zeit immer mehr geglaubt wird, als denen die zur Sicherheit nur selten etwas twittern und dann auch noch in Allgemeinplätzen verharren. Wenn Sie einmal darüber nachdenken, wen Sie als glaubwürdiger empfinden, werden Sie vielleicht auch feststellen, dass derjenige bei dem sie nach fragen können, falls mal etwas nicht ihrer persönlichen Wahrheit entspricht, dabei gewinnt. Sich zum Beispiel bei Xing ein tolles Profil zu bauen, fantastische Leistungen einzutragen und gelegentlich in einem Gruppen Beitrag wichtig zu tun, das ist keine Zauberei. Wenn dann aber beim ersten persönlichen Kennenlernen im Rahmen eines Xing Gruppen Events klar wird, dass hinter diesem tollen Profil nicht das steckt, was die Beschreibung erwarten lässt, dann war´s das mit der Glaubwürdigkeit. Hier liegt oft auch die Herausforderung für diejenigen die neu in die Social Media Welt aufbrechen. Wenn Sie sich nicht trauen transparent zu kommunizieren, also kaum Informationen über sich, ihre Person oder besser Persönlichkeit, preisgeben, dann wird leicht vermutet, dass sie etwas zu verbergen haben. Schreiben Sie aber frei und offen als Mensch, wird selbst das, was vielleicht nicht von jedem als positiver Kommentar gewertet wird, als glaubwürdig empfunden. Spätestens in einer Krisensituation ist das 1000 Mal wichtiger als jeder Marketingslogan. Denn wenn ein Fehler passiert irgendwo im Ablauf -und Fehler passieren nun einmal, selbst im besten Unternehmen- dann ist ein „Fehler erkannt, Entschuldigung wir sehen zu das schleunigst in Ordnung zu bringen“ viel einfacher als ein ewiges „Rausreden“ und wird von denen die durch diesen Fehler Nachteile hatten auch sehr viel freundlicher aufgenommen.

Wichtigkeit/Relevanz:

Mit diesem Tweet hat Martin Oetting vor einigen Wochen den Nagel auf den Kopf getroffen.  Dieses Dilemma tritt tatsächlich ziemlich oft auf. Da kennt man jemanden persönlich, ist vielleicht sogar richtig gut befreundet, so dass man sich also selbstverständlich auch auf den virtuellen Netzwerken liest und dann schreibt der andere ständig irgendein Zeugs, dass keinen interessiert. Es werden ausschließlich Hinweise auf das eigene Produkt, die Dienstleistung oder Webseite gepostet. Wenn doch mal was persönliches kommt, dann meist etwas das aussagt „ich bin ja so ein toller Typ“ oder ähnliche, die eigene Person wichtig machende Dinge. Was relevant ist oder nicht, dass liegt im im Auge dessen, der´s liest. Sich selber aber viel zu wichtig zu nehmen, dass kann nicht funktionieren, denn wenn jeder nur sich wichtig nimmt im Social Web, kann ja keiner mehr andere wichtig nehmen. „Social“ funktioniert dann am besten, wenn Sie die Informationen teilen, die für die Menschen wichtig sein könnten, die Sie erreichen wollen. Natürlich gehört es auch dazu, Produktänderungen oder Neuigkeiten Ihres Unternehmens über die Social Medias zu verbreiten, auch wenn Ihnen gerade etwas tolles gelungen ist, wird das gerne gelesen… gelegentlich! Wirklich relevant werden Ihre Beiträge aber, wenn Sie Informationen teilen, die einem großen Personenkreis nützlich scheinen. Wenn Sie zum Beispiel Neuigkeiten aus Ihrer Branche, Ihrem Marktsegment entdeckt haben, die noch nicht durch die klassischen Medien bekannt geworden sind, dann ist das für Ihre Zielgruppe wichtig. Es zeigt außerdem immer wieder, dass Sie sich in Ihrem Thema wirklich auskennen und immer auf dem Laufenden sind. Wenn Sie ein Hobby haben, über das Sie sich gerne mit Gleichgesinnten austauschen, gilt das für diesen Bereich ebenso. Umgekehrt erreichen Sie dadurch natürlich auch die Informationen, die für Sie wichtig sind. Ihr Netzwerk entwickelt sich normaler Weise so, wie Sie es füttern. Das bedeutet, wenn Sie etwas relevant finden und es daher in einem der Netzwerke verbreiten, dann folgen Ihnen auch nur Menschen, für die das ebenso relevant ist und teilen dann Ihre Netzfunde an Informationen zu diesem Thema ebenfalls mit Ihnen. „Wie man in den Wald rein ruft, so schallt es heraus!“ ein alter Spruch, der durch die neuen Medien erheblich an „Relevanz“ gewonnen hat 😉

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Brötchen:

In Deutschland ist Xing aktuell das bekannteste Tool zum virtuellen Business Netzwerken. International wird dafür LinkedIn erfolgreich genutzt. In der folgenden Präsentation finden Sie einige wichtige Erklärungen, zu Xing, die Sie vielleicht auch als erfahrener Xing Nutzer so noch nicht kannten:

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Kaffeebar:

Die Wohnkosmetikerin in Aktion

CONSTANZE KÖPP*Hamburg
FIRMA: http://wohnkosmetik.de
BUCH: http://willkommen-im-himmel.blogspot.com
PROJEKT: http://hamburg-haelt-zusammen.blogspot.com

Auch im Zweiten Frühstückchen darf ich Ihnen eine Powerfrau vorstellen, die anpackt wo andere nur „man müsste mal…“ zum besten geben. Constanze habe ich vor einigen Jahren auf einem Xing Event kennen gelernt. Damals waren wir vorab schon lange über Xing vernetzt, ich habe ihr wundervolles Buch „Frannys Weg“ gelesen und wir hatten uns lange vor der persönlichen Begegnung bereits angefreundet. Als ich dann unter „ich suche“ in meinem Xing Status die Frage nach positiven Beispielen für den Einsatz der Social Medias gestellt habe, war sie auch die erste die sich gemeldet hat. Daraus entstand folgendes Interview:

Seit wann und bei welchen Social Medias bist du präsent?

Auf der Business-Plattform XING bin ich Mitglied seit 2005. Zum Xing-Junkee wurde ich zum Zeitpunkt meiner Selbständigkeit im Juni 2007. Heute verfasse ich für andere Profile, denn xing ist Gold wert. Und ich möchte anderen gern helfen, gesehen und gelesen zu werden. Es gibt keine Konkurrenz für mich, es gibt nur Mitbewerber, mit denen es zu fruchtbaren Netzwerken kommen kann.

Auf TWITTER stelle ich News rund ums Business seit Anfang 2010 ein.

Auf FACEBOOK – sogar mit eigener Gruppe – bin ich sowohl als Privatfrau als auch als Gründerin der „Wohnkosmetik“ seit 2010 aktiv.

Was genau tust du da bzw. wie präsentierst du dich und dein Angebot/deine Marke?

Sowohl als Gründerin der Wohnkosmetikerin als auch als Buchautorin wandere ich durch verschiedene Gruppenwelten. Ich nehme aktiv Stellung zu Lebensthemen, Literatur und zur Welt rund ums Wohnen. In einigen Gruppen erweitere ich durch meine Präsenz und mein aktives Posten meinen Kundenkreis- Wer schreiben kann, weckt Neugierde. Und wer so schreibt, dass er gern gelesen wird, benutzt die Sprache als Futter. Und die Menschen sind hungrig, Interessantes zu lesen.


Welche besonderen Fähigkeiten von dir, meinst du, haben dein Social Media Marketing so erfolgreich gemacht?

Meine Freude am Schreiben, mein Ausdruck, meine Ansichten und Einsichten. Weiter meine Motivation, meine Denkanstöße und meine Fähigkeit, die Menschen zu „umarmen“, statt ihnen  Ellenbogen zu zeigen.


Was ist dir bei deiner Social Media Kommunikation besonders wichtig, welche Werte stehen für dich dabei im Vordergrund?

„Umarmen statt Ellenbogen“ – in einer Zeit, in der Trittbrettfahrer sich vermehren, in denen Hürden immer größer werden – aber die Sehnsucht nach Werten, nach Wahrheiten, nach Authentizitäten, auch. Ich liebe gute Netzwerke, bin aber kein Sammler, was Kontakte angeht. Ich jage eher nach Menschen, die mein Netzwerk nicht vergrößern, sondern bereichern.


Zu guter Letzt auch noch etwas für die Freunde von Zahlen und Statistiken:

Woran erkennst du, dass dein Social Media Engagement erfolgreich ist?

Ohne das WWW hätte ich mein Unternehmen WOHNKOSMETIK nicht gründen, oder besser: nicht in diesem Tempo wachsen können. Meine Kunden kommen größtenteils über die BusinessPlattformen, sobald ich wieder aktiv war. Die täglichen Abrufe auf meiner Homepage steigen. Und sobald ich wieder einen TV-Einsatz hatte, sind die Zahlen natürlich himmlisch hoch.

Aber die virtuelle Welt hat auch seine Schattenseiten. Gerade für junge Menschen, die diese Welt noch nicht einschätzen können. Und wenn Neider nur eine schlechte Meldung, eine Ente, ins Netz stellen, verbreitet diese sich vielleicht schneller als ein positives Kundenfeedback.

Aber es bleibt eine Chance, schneller zu wachsen. Kostengünstig zu wachsen. Über die eigene Landesgrenze noch hinaus.

Welt im Wandel oder wie „Social“ zum Marketing kam.

Täglich entstehen neue Erklärungsmodelle, die Unternehmern und Führungskräften erklären sollen, wie sie denn nun richtig „Social Media Marketing“ machen. Auch gibt es inzwischen ein wahres Meer an Büchern, Blog Artikeln und Workshop Angeboten, die das Thema auf vielerlei Arten erklären. Ich selber biete ja dazu auch Seminare, Vorträge und Workshops an und dieser Blog hier soll ja auch dabei unterstützen, Social Media Marketing zu verstehen und optimal einzusetzen.

Was mir aber immer wieder auffällt, die Benutzung ist schnell klar, auch das eine durchdachte Strategie auf Basis des bestehenden Marketing Konzeptes am Anfang aller Social Medialen Erfolge stehen muss, leuchtet jedem schnell ein. Das Wo, Wie und Was ist also gar nicht allzu schwierig. Woran liegt es dann aber, dass trotzdem so viele sich im Social Media Marketing schwer tun? ,

Im Zuge meiner Ausbildung zur Business Trainerin entwickle ich gerade ein komplett eigenes Trainingsprogramm, für mein Thema, also Kommunikation 2.0. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei all den  Antworten auf Wo, Wie, Was ein wichtiges W fehlt… Das WARUM!

Warum funktioniert Social Media Kommunikation so wie es funktioniert? Warum haben manche Unternehmen damit so Riesen Erfolge und andere eben nicht? Warum ist Social Media Marketing so viel mehr als ein Hype?

Weil unsere Welt sich seit 20 Jahren (mindestens) in einem Wandel befindet.

Vor gut 15 Jahren, war ich zu Gast in einer Talkshow. Damals bestand ja das komplette TV Programm aus diesen Shows, in denen sich lauter mehr oder weniger normale Menschen auf eine Bühne gesetzt haben, um irgendein Thema zu diskutieren. Ich wurde eingeladen, weil ich damals in Hamburg als Filialleiterin einer Einzelhandelskette jemandem von den Talkshow Machern aufgefallen bin. Es ging um das Thema „Servicewüste Deutschland“ und dieser Jemand meinte, ich sei im Umgang mit Kunden ungewöhnlich freundlich. In dieser Sendung wurde dann bis zum Erbrechen darüber gestritten, ob Kunden neuerdings so viel mehr erwarten, oder ob Verkäufer plötzlich besonders unfreundlich sind. Für mich lag damals die Wahrheit, wie so oft, irgendwo in der Mitte. Aus heutiger Sicht scheint es mir aber so, als ob mit den Talkshows damals etwas begonnen hat, das bis heute beinahe so etwas wie eine Revolution geworden ist. „Wir sind die Kunden, wir haben zu bestimmen, denn wir bezahlen euer Leben“ oder so ähnlich 😉

Auch in der Politik findet diese schleichende Revolution statt. Konnten frühere Politiker Generationen sich doch immer darauf verlassen, dass wenn sie nur resolut und laut genug waren, immer ausreichend braves Stimmvieh an die Urne getrottet ist, um sie in ihrem Machtanspruch zu bestätigen, will heute jeder Wahlberechtigte gleich mitbestimmen… „Alle Macht geht vom Volke aus!“ Wie im alten Rom, so wollen die Menschen auch heute wieder im Forum gehört werden. Nur ist es eben nicht mehr ein Platz in der Mitte der mächtigsten Stadt weit und breit, sondern viele kleine Foren, mit vielen Menschen unterschiedlichster Herkunft und sozialer Stellung, die da Volkes Macht demonstrieren.

1999 entstand das „Cluetrain Manifest“ ein Ausschnitt aus der Überschrift sagt aus, was sich in den letzten 10 Jahren zu dem entwickelt hat, das wir heute „Social Media Kommunikation“ nennen:

Ein kraftvolles globales Gespräch hat begonnen. Über das Internet entdecken und gestalten die Menschen neue Wege, um relevantes Wissen mit rasender Geschwindigkeit auszutauschen. Als direktes Resultat werden die Märkte intelligenter — und sie werden schneller intelligent als die meisten Unternehmen.

Der schönste und für mich wichtigste Satz ist der: „Märkte sind Gespräche“

Nein, ich behaupte hier nicht, dass jetzt lauter viel schlauere Menschen überall mit diskutieren wollen. Wahrscheinlicher ist es wohl, dass sich einfach sehr viele für schlauer halten als sie es sind, aber Tatsache bleibt, unabhängig davon wie schlau oder weniger schlau die Menschen heute sind, sie wollen mit bestimmen. Sie wollen ihre Meinung sagen und vor allem …sie wollen ernst genommen werden!

Im Grunde ist es doch ganz einfach… Jeder von uns ist sehr viel öfter Kunde als Anbieter, oder?

Wie gut kommen denn bei Ihnen Unternehmen an, die Sie stundenlang in Warteschleifen parken, um dann durch eine freundliche, aber inkompetente Person, mitteilen zu lassen, dass der von Ihnen gewünschte Ansprechpartner für Ihr Problem (oder Ihre Anregung, oder vielleicht sogar Ihr freundliches Kompliment zum gelungenen Produkt) für Sie keine Zeit hat?

Wie gefällt es Ihnen, wenn Sie immer häufiger das Gefühl haben, Ihnen wird etwas angedreht, dass Sie weder brauchen noch wirklich wollen? Haben Sie nicht auch manchmal gute Lust, jemandem richtig vor das Schienbein zu treten, weil der Sie herablassend behandelt, oder Sie womöglich sogar wissentlich betrogen hat?

Märkte sind Gespräche… egal was Sie im Markt positionieren wollen, kommen Sie mit den Menschen, die Ihren Marktplatz erst zu einem Markt machen, ins Gespräch. Hören Sie denen genau zu, die am allerbesten wissen, was an Ihrem Produkt das besonders Tolle ist, oder eben was Ihr Produkt zu dem besten in diesem Markt machen kann.

Es gibt noch einige andere Warums die den Erfolg von Social Media Kommunikation ausmachen, aber das Zuhören und der respektvolle Umgang mit anderen Menschen, ist eben der wichtigste Grund, diese Revolution verstehen zu lernen.

Kommen Sie doch besser mit den „Märkten“ also Menschen ins Gespräch, als bei Ihrer „Zielgruppe“ ins Gerede.


CeBit und Social Media ♥

Man sollte meinen, die große Liebe. Trifft sich in Hannover doch die IT Welt. Hier präsentieren Mobilfunk Anbieter ihre Mobile Web Lösungen und überhaupt alles was mit neuen Medien zu tun hat, zeigt sich in Niedersachsens Hauptstadt. Doch offensichtlich kommen diese Beiden über das Stadium des kleinen Flirts auch dieses Jahr noch nicht hinaus. In der Webciety treffen sich die „Social Medians“ und vor einer Twitterwall sitzen auf dem Podium lauter mehr oder weniger wichtige Leute die über das Social Web berichten und diskutieren. Neben diesem Podium dann, trifft sich die Blogger Welt in der t3n Blogger Lounge und freut sich, all die virtuellen sozialen Kontakte hier im realen Leben zu treffen. Auch für mich übrigens das Highlight meines CeBit Besuches. Das ist aber auch alles, was in Sachen Social Medialer Welt auf der immer kleiner werdenden CeBit zu finden war. Wie kommt das? Sind bei den meisten Unternehmen, die auf der CeBit ausstellen, etwa die Chancen und Möglichkeiten des Social Web noch nicht angekommen? Ok, ein Aussteller scheint der Meinung gewesen, er hätte das mit dem Marketing über Twitter verstanden und musste sich eines besseren belehren lassen:  Twitterwall missbraucht: Flashmob auf der Cebit Ein Paradebeispiel dafür, was passieren kann, wenn Marketing Experten das Wörtchen „Social“ überlesen und sich für besonders innovativ halten. Oder ist genau das der Grund, warum sich Unternehmer noch immer sehr zurückhaltend auf das Social Web einlassen? Der „Mop“ könnte die Kontrolle übernehmen…

Social Media Marketing passt nicht ins klassische Kampagnen Korsett, in dem alles berechenbar und kontrollierbar ist. Der Social Webber möchte ernst genommen, beachtet und respektiert werden. Er will nicht mit Werbebotschaften bombardiert werden. Er ist kein dumpfer Verbraucher, dem nur lange genug eingetrichtert werden muss, dass er ohne Produkt XY in dieser Welt nicht mehr leben kann, damit er sein Geld dafür ausgibt. Er nimmt es auch nicht mehr kritiklos hin, wenn teuer bezahlte Produkte nicht das können, was die Werbung versprochen hat. Der Nutzer der Möglichkeiten, die ihm das Social Web bietet, mischt sich ein, diskutiert und kritisiert, wo es nötig scheint. Aber genau da liegt ja auch die große Chance für Unternehmen. Wie Sabrina Panknin in ihrem Blog Artikel: Kritik im Social Media sehr gut nachvollziehbar beschrieben hat,  sind genau diese kritischen Menschen diejenigen, die es für Unternehmer zu erreichen gilt. Denn gerade der potenzielle Kunde, der sich die Zeit nimmt, ein Produkt zu bewerten, genauer derjenige, der konstruktiv kritisiert, wird auch aktiv, wenn er begeistert ist bzw.  empfiehlt glaubwürdig weiter, wenn er sich ernst genommen fühlt und zufrieden mit einem Produkt ist.

Grundsätzlich scheint diese CeBit ja für die Aussteller positiv verlaufen, da das Publikum sehr viel fachkundiger war und Gespräche an den Ständen mit wesentlich mehr Kompetenz, sehr viel intensiver geführt werden konnten. Auch die erste „Nachlese“ der Deutschen Messe bestätigt diesen gefühlten Trend. Höre ich dann genau hin, womit eben dieser erfolgreiche Messeverlauf erklärt wird, liegt mir persönlich immer ein: „Jawohl und das genau ist der Effekt von Social Media“ auf der Zunge. Es war einfach mehr Zeit für Gespräche mit echten Interessenten. Kein Massenpublikum das durch die Hallen „schlenderte“ und nur angelockt durch Werbung, ohne konkretes Interesse, informiert werden musste.  Standbesucher hatten sich vorher via Internet informiert und konnten sehr viel gezielter Informationen abfragen, mit denen die Kaufentscheidung schneller und verlässlicher getroffen wurde. Die Tatsache, dass an den Ständen einfach mehr Ziel führende Kommunikation möglich war, also vorwiegend potenzielle Kunden die Informationen bekommen haben die sie auch wirklich wollten, statt eine große Menge Menschen mit Botschaften zu bombardieren, die sie nicht interessieren, hat also für mehr Umsatz und mehr echte Kontakte gesorgt. Das genau ist Sinn und Nutzen von Social Media Marketing. Wenn jetzt also endlich dieses Potenzial als Nutzen erkannt wird und sowohl Zeit als auch Kontrollverlust als Investition zum Erreichen dieses Nutzens gesehen wird, dann glaube ich, werden wir bis zur nächsten CeBit 01.03.-05.03.2011 sehr viel mehr Social Mediale Präsenz erleben. Mit einem leicht verschmitzten Augenzwinkern sei angemerkt, dass meine Netzwerkpartner und ich ihnen natürlich gerne zur Verfügung stehen, sollten sie bis dahin auch mit ihrem Unternehmen Social Median sicher werden wollen 😉