Messeaussteller sind Social Networker

Grundsätzlich gilt für alle Aktivitäten im Social Web:  Transparent, Glaubwürdig, Authentisch, Empfehlenswert! Mit der Zielgruppe ins Gespräch kommen, ohne sie als Zielgruppe zu behandeln. Informieren statt Inserieren. Nicht die Anzahl der Kontakte sondern die Pflege dieser Kontakte, darauf kommt es an.

Am besten lässt sich das im Vergleich zu Messeaktivitäten darstellen.

Messeverkäufer, also diejenigen deren Messestand dazu dient direkt Ware zu verkaufen, haben ja meist den Nutzen, dass sie ihre Investition sofort mit Gewinn (im besten Falle 😉 wieder heraus gewirtschaftet haben, wenn sie ihren Messestand abbauen. Damit das gelingt, müssen sie erst einmal die Messen finden, auf denen das direkte Verkaufen überhaupt erlaubt ist. Sollten sie das nicht vorab geklärt haben, laufen sie Gefahr aus der Messe zu fliegen wg. Regelverstoßes.  Zumindest aber machen sie sich sehr unbeliebt, sowohl bei Mitausstellern, als auch bei den Messebesuchern. Sie haben keine Zeit für das Netzwerken, denn sie müssen ja verkaufen. Vor allem beginnen sie jedes Mal von vorne, also investieren, verkaufen und neue Messe suchen um wieder zu investieren und zu verkaufen. Irgendwann ist der Markt abgegrast und sie müssen sich komplett neu orientieren.

Übertragen auf den Social Media Bereich, sind das die Kontaktesammler, die dann ständig in allen Foren und Medien ihr Produkt oder sich selber anpreisen. Sie verkaufen meist auch einiges, haben also kurzzeitig Erfolg, werden aber selten empfohlen. Bei den „Influenzern“ (den Multiplikatoren im Social Web) sind diese Verkäufer schnell unten durch und als nervige Spammer verschrien. Nachhaltiger Erfolg ist da natürlich nicht möglich, sie müssen immer wieder von vorne anfangen, weil sie oft aus den verschiedenen Portalen als Spammer raus fliegen und geblockt werden.

Stabile Netze bauen sich langsam auf und werden bei guter Pflege immer stabiler mit der Zeit!

Der Messeaussteller, er investiert oft viel Geld und Zeit in die Messen. Plant lange im Voraus, überlegt sehr genau wen er an den Stand stellt, damit sein Unternehmen wirklich gut repräsentiert wird und tut all das in dem Wissen, dass es sehr lange dauern kann, bis diese Investition wieder rein gewirtschaftet ist. Er bewegt sich viel auf der Messe, spricht mit anderen Ausstellern, informiert sich über das Angebot von Mitbewerbern. Kommt mit potenziellen Zulieferern ebenso ins Gespräch wie mit potenziellen Kunden. Im Grunde wirkt ein Unternehmer auf der Messe oft, als wäre er auf Urlaub, denn häufig unterhält er sich einfach nur mit den Menschen, ohne dabei erkennbar etwas zu verkaufen oder sein Produkt zu erwähnen. Tatsächlich ist aber genau das die „Arbeit“ die erfolgreiche Messeaussteller ausmacht. Auch abends dann, bei Aussteller Events oder im Hotel (der Chef hat sich natürlich da einquartiert, wo seine Zielgruppe auch nächtigt) an der Bar, wird über alles Mögliche gesprochen, nur nicht immer direkt über´s Geschäft. Wenn dann der Messestand abgebaut, die Standcrew abgereist und der Unternehmer wieder am Schreibtisch angekommen ist, werden die Aufträge bearbeitet und die Kontakte sortiert und ein gepflegt in die entsprechenden Listen. Der kluge Unternehmer hat dafür extra Programme, die ihn zukünftig daran erinnern werden, wenn der Messekontakt Geburtstag hat oder ein anderer Termin ansteht, an dem er seinen neu gewonnen Kontakt in irgendeiner Art anschreiben/rufen kann um eben Kontaktpflege zu betreiben. Auch wird umgekehrt dieser Kontakt sich melden, sobald zum Beispiel das Golftunier ansteht, über das man doch so ausführlich beim Aussteller Essen gesprochen hat. Diese Kontakte entwickeln sich manches Mal sogar zu echten Freundschaften, in der Regel bilden sich daraus auf jeden Fall meistens Geschäftsbeziehungen die auf eine stabile Vertrauensbasis aufbauen. Die Investition von Zeit und Geld in diese Messen zahlen sich also auf Jahre hin aus.

Genau so funktioniert Social Media Marketing. Ob nun wie bei einer Fachmesse also in speziellen Fachgruppen wie z.B. bei Xing, oder auf großen Publikumsmessen online also Twitter. Hier schaut der Net(t)worker, genau mit wem es sich zu reden lohnt, folgt nur den Twitter Accounts die für ihn relevante Themen schreiben.

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