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Social Media Frühstückchen

Die Bezeichnung „Social Media Marketing“ wird ja seit einiger Zeit sehr inflationär verwendet. Alles was irgendwie mit Kommunikation über das Medium Internet zu tun hat, heißt neuerdings „Social Media Kommunikation“ und jeder der weiß, wie Twitter, Facebook und Xing bedient werden, ist ein „Social Media Experte“. Es gibt sehr viele Bücher und das Netz ist voll von Leitfäden und Regelwerken. Was heißt aber nun tatsächlich „Social Media“ und wer kann, sollte oder sollte eben nicht, Marketing und Social Media miteinander verbinden? Diese Frage bleibt immer noch bei vielen unbeantwortet. Aus gutem Grunde, denn aktuell sind die meisten Unternehmen und Unternehmer gar nicht bereit, von klassischem Business Marketing auf Social Media Marketing umzudenken. So kommt es, dass selbsternannte Experten, die mit dem werben was die Geschäftswelt großenteils hören will, mit Kennzahlen, alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen. Die Unternehmer aber, die glauben jetzt echt Social Media Marketing zu machen, wundern sich. Weil zwar Tausende Fans und Follower auf Gewinnspiel und ähnliches angesprungen sind, statt aber nun viel mehr zu kaufen, wird da sogar noch gemeckert und kritisiert. Andere Experten sind dann gefordert, diesen enttäuschten „Jungsocialmediens“ Krisenkommunikation im Social Web zu verkaufen. Am Ende stehen diese Unternehmer dann, um einige Euros ärmer und immer noch nicht erfolgreicher, da und verteufeln dieses ganze unnütze Social Media Zeugs.

Nun gibt es aber ja auch immer mehr Beispiele, da hat das mit dem „Social Media Marketing“ richtig gut funktioniert. Na gut, diese Beispiele sind nicht unbedingt jedem bekannt. Fallen doch die Firmennamen nicht durch große Fernsehwerbung oder ganzseitige Zeitungsanzeigen auf, aber dafür haben diese Unternehmen zufriedenere Stammkunden und stabilere Umsätze, als viele bekannte Markenfirmen. Ganz heimlich, still und leise werden diese „No Names“ auch noch immer bekannter und tauchen plötzlich in den „alten Medien“ auf. Nicht in teuer gekauften Werbeanzeigen, sondern unter z. B. erfolgreicher Gründer oder innovatives Unternehmen…

Wer jetzt auf Prioritäten und Ziele seines eigenen Unternehmens, oder auch für die eigene Person, schaut und dabei feststellt, dass er doch auch lieber über wachsende Umsätze und zufriedene Stammkunden bekannt werden möchte, als durch statistisch große Zahlen ohne „Fleisch am Knochen“, für den schreibe ich zukünftig das „Social Media Frühstückchen“. Nicht täglich, aber immer morgens – Frühstück ist ja bekanntlich am Tagesanfang am sinnvollsten – werde ich also ein Frühstücksbuffet zusammen stellen, aus dem jeder sich das heraus wählt, das ihm schmeckt bzw. von dem er glaubt, dass es ihm gut tut. Natürlich sind Wünsche herzlich willkommen. Wenn Sie also etwas vermissen, oder zu einem der Frühstücksangebote noch ein bisschen Würze haben möchten, dann freue ich mich auf ihre Kommentare. Manches kann aber tatsächlich nicht in einem Blog oder Buch ausreichend beschrieben werden. Blättern Sie ein wenig zurück in diesem Blog und Sie entdecken den Artikel „Kennen Sie jemanden der das Radfahren gelernt hat, weil er ein Buch darüber gelesen hat?“ Mit dem „Social Media Frühstückchen“ können Sie aber vielleicht für sich sehr viel besser entscheiden, ob Sie überhaupt das Radfahren lernen wollen. Bevor Sie für ein angebliches „Superhochleistungsfahrrad“ viel Geld ausgeben, um nachher damit „Superhochleistungsrasant“ gegen die Wand zu klatschen.

Vorab schon einmal ein Überblick, was denn so alles auf dem Buffet stehen wird:

Müsli: Eine bunte Mischung von gesunden Sachen, die eine stabile Grundlage bieten… Hier finden Sie also nach und nach die Grundlagen, die den Unterschied zwischen klassischem und socialmedialem Marketing deutlich machen.

Brötchen: Hier stelle ich Ihnen die verschiedenen Plattformen und Möglichkeiten vor, die als Social Medium genutzt werden. Vielleicht gibt es hier aber auch einfach nur einen Link zu dem entsprechenden Insider, der ihnen viel mehr zu der jeweiligen Plattform aufgeschrieben hat. Eventuell findet sich aber auch so nach und nach der eine oder andere Gastautor hier ein. Frei nach der Devise „Ich weiß zwar nicht alles, aber ich weiß wen ich fragen muss um alles ganz genau zu erfahren“

Kaffee: Der Muntermacher darf natürlich auch nicht fehlen und was motiviert mehr, als erfolgreiche Beispiele, die zeigen, dass es sich lohnt, sich auf den Weg in neue Gefilde zu machen. Wenn Sie sich schon als Muntermacher verstehen, also schon erste Erfolge mit dem Social Web erzielt haben, freue ich mich auf einen Hinweis und nehme Sie gerne auf in die Kaffeebar.

Obst: Im Obstkorb finden Sie zukünftig, die kleinen Helferlein, die Ihnen vieles im täglichen Umgang mit den Social Medias leichter machen. Vitamine ohne die manch einer schnell schlapp machen könnte, weil ja Social Media Marketing tatsächlich Geduld und Durchhaltevermögen braucht. In der Natur wachsen die süßesten, größten Früchte ja auch nur auf den Bäumen, die Zeit und Pflege hatten ein stabiles Wurzelwerk zu bekommen. Wenn Sie also beim Pflanzen ihres Social Media Bäumchens genug Zeit und Geduld investieren und mit Zuneigung und Begeisterung die Wurzelbildung fördern, dann besteht eine wirklich große Chance, dass auch Sie zukünftig süße, saftige Früchte ernten können.

Fehlt noch das kleine Leckerle ohne das Ihr persönliches Frühstück unvollständig ist? Das, wie ich finde, schönste am Social Web ist, dass jeder etwas dazu beitragen kann. In einem Blog geht das über die Kommentare, die Sie unterhalb dieses Artikels eintragen können 😉

Die schlechte Nachricht vorweg…

Sie und nur Sie ganz persönlich, sind dafür verantwortlich, wie sozial das Social Web ist. Ja, dass geht sogar soweit, dass bei der Frage danach, wer für den Erfolg Ihrer Social Media Aktivitäten zuständig ist, alle in Ihre Richtung nicken werden…

Ach Sie dachten, so ein chicer, teurer Social Media Experte sei Schuld daran, dass Sie zwar tausende Freunde, Kontakte und Follower im Netz haben, aber bisher 0,00€ Mehreinnahmen? Oder gehören Sie zu denen, die völlig genervt sind von diesen ganzen Wichtigtuern, die dauernd nur irgendetwas schreiben, dass Sie nicht interessiert? Wen interessiert das schon, wenn X bei Y ein Bier trinkt? Na ja… X und Y interessiert das und diejenigen, die mit X schon lange mal bei Y ein Bier gemeinsam trinken wollten und diejenigen die immer schon wissen wollten, ob es sich lohnt, bei Y ein Bier trinken zu gehen (die fragen dann vielleicht bei X mal nach, ob es wirklich schön ist bei Y ein Bier zu trinken), dann interessiert es natürlich Y, dass sein Geschäft im Internet erwähnt wird und Y ist sicher sehr daran gelegen, dass X die Frage nach dem „ob es sich lohnt“ positiv beantwortet, denn Y weiß ja, dass bei X ganz viele Menschen mit lesen und X auch einen guten Ruf hat, so dass die Mitleser auf seine Empfehlung vertrauen, also weiß Y, dass es sich schnell herumsprechen kann, wenn X sein Bier wirklich gerne bei Y trinkt… und so weiter und so fort…

Nein, Sie interessiert das nicht? Ok, dann lesen Sie doch einfach nicht was X schreibt, schließlich schreibt X doch für diejenigen, von denen er annehmen kann, dass die sich für seine Schreibereien interessieren. Wenn also nicht alles für alle gleich interessant ist, dann kann doch derjenige der schreibt nichts dafür. Er hat seinen Grund, warum er das schreibt was er schreibt und egal ob es Sie interessiert oder nicht, er wird es wieder schreiben und es wird gelesen werden. Ihnen steht es nicht zu, ihn darauf hinzuweisen, dass Sie seine Schreiberei nicht interessiert!

Oft wird beim Thema „Kommunikation in den Social Medias“ der Vorwurf laut, die ganzen Belanglosigkeiten im Internet seien eine echte Plage. Falsch! Die sehr viel größere Plage sind Besserwisser, Oberlehrer, selbst ernannte Experten, denn sie verbringen mehr Zeit damit, andere durch herablassende Mitteilungen von der Art: „Das interessiert doch keine Sau, für diesen Quatsch habe ich keine Zeit“ zu beleidigen, statt selber interessante Beiträge zu liefern und sich damit eine eigene Interessengemeinschaft aufzubauen, die dann eben auch umgekehrt für sie interessante Beiträge verfasst.

Die gute Nachricht… Was in die eine Richtung gilt, ist natürlich auch in die andere richtig!

Wenn Sie also nur deshalb bisher nicht so richtig mit dem Social Web warm geworden sind, weil Sie glauben, dass Sie dort anderer Leute Erwartungshaltung erfüllen müssten, dann ist jetzt eine gute Gelegenheit, es noch einmal zu versuchen. Schreiben Sie nur noch das, was Ihnen Spaß macht es zu schreiben. Lesen Sie einfach nur noch das, was Sie interessiert und klicken Sie einfach alles ungelesen und unkommentiert weg, was Sie nervt. Teilen Sie die interessanten Artikel, kommentieren Sie was Ihnen Spaß macht und bleiben Sie bei allem was Sie im Social Web tun SIE SELBER! Gut wenn Sie sich täglich ein bestimmtes Zeitkontingent dafür frei halten ihr soziales Online Netzwerk zu pflegen. Vielleicht müssen Sie sich anfangs noch jeden Tag dazu überreden, schließlich scheint ja vieles sehr viel wichtiger zu sein, als diese Plaudereien in den Social Medias. Wenn Sie aber wirklich den Nutzen des Social Webs für sich entdecken wollen, dann ist es wie mit dem Sport. Kennen Sie einen Sportler, der plötzlich, einfach so über Nacht, fit und durch-trainiert aus dem Bett gestiegen ist? … Feste Trainingseinheiten, die Disziplin auch dann zu trainieren wenn alles andere wichtiger (oder verlockender) scheint, das Ziel fest im Blick und ein Trainingsplan, der auf seine individuelle Kondition und sein Ziel zu geschneidert ist, damit und nur damit wird ein Sportler erfolgreich. Der beste Trainer oder Coach wird diesen Sportler nicht erfolgreicher machen, wenn er nicht selber trainiert.

Schreiben Sie mir doch einfach ab zu ins Kommentarfeld, wie ihre Erfahrungen sind, vielleicht ergibt sich daraus ja eine Quelle guter Ideen für andere Leser dieses Blogs und im besten Falle lernen Sie dann Menschen kennen, die eben ähnlich ticken wie Sie… Das ist dann Social 😉

Welt im Wandel oder wie „Social“ zum Marketing kam.

Täglich entstehen neue Erklärungsmodelle, die Unternehmern und Führungskräften erklären sollen, wie sie denn nun richtig „Social Media Marketing“ machen. Auch gibt es inzwischen ein wahres Meer an Büchern, Blog Artikeln und Workshop Angeboten, die das Thema auf vielerlei Arten erklären. Ich selber biete ja dazu auch Seminare, Vorträge und Workshops an und dieser Blog hier soll ja auch dabei unterstützen, Social Media Marketing zu verstehen und optimal einzusetzen.

Was mir aber immer wieder auffällt, die Benutzung ist schnell klar, auch das eine durchdachte Strategie auf Basis des bestehenden Marketing Konzeptes am Anfang aller Social Medialen Erfolge stehen muss, leuchtet jedem schnell ein. Das Wo, Wie und Was ist also gar nicht allzu schwierig. Woran liegt es dann aber, dass trotzdem so viele sich im Social Media Marketing schwer tun? ,

Im Zuge meiner Ausbildung zur Business Trainerin entwickle ich gerade ein komplett eigenes Trainingsprogramm, für mein Thema, also Kommunikation 2.0. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei all den  Antworten auf Wo, Wie, Was ein wichtiges W fehlt… Das WARUM!

Warum funktioniert Social Media Kommunikation so wie es funktioniert? Warum haben manche Unternehmen damit so Riesen Erfolge und andere eben nicht? Warum ist Social Media Marketing so viel mehr als ein Hype?

Weil unsere Welt sich seit 20 Jahren (mindestens) in einem Wandel befindet.

Vor gut 15 Jahren, war ich zu Gast in einer Talkshow. Damals bestand ja das komplette TV Programm aus diesen Shows, in denen sich lauter mehr oder weniger normale Menschen auf eine Bühne gesetzt haben, um irgendein Thema zu diskutieren. Ich wurde eingeladen, weil ich damals in Hamburg als Filialleiterin einer Einzelhandelskette jemandem von den Talkshow Machern aufgefallen bin. Es ging um das Thema „Servicewüste Deutschland“ und dieser Jemand meinte, ich sei im Umgang mit Kunden ungewöhnlich freundlich. In dieser Sendung wurde dann bis zum Erbrechen darüber gestritten, ob Kunden neuerdings so viel mehr erwarten, oder ob Verkäufer plötzlich besonders unfreundlich sind. Für mich lag damals die Wahrheit, wie so oft, irgendwo in der Mitte. Aus heutiger Sicht scheint es mir aber so, als ob mit den Talkshows damals etwas begonnen hat, das bis heute beinahe so etwas wie eine Revolution geworden ist. „Wir sind die Kunden, wir haben zu bestimmen, denn wir bezahlen euer Leben“ oder so ähnlich 😉

Auch in der Politik findet diese schleichende Revolution statt. Konnten frühere Politiker Generationen sich doch immer darauf verlassen, dass wenn sie nur resolut und laut genug waren, immer ausreichend braves Stimmvieh an die Urne getrottet ist, um sie in ihrem Machtanspruch zu bestätigen, will heute jeder Wahlberechtigte gleich mitbestimmen… „Alle Macht geht vom Volke aus!“ Wie im alten Rom, so wollen die Menschen auch heute wieder im Forum gehört werden. Nur ist es eben nicht mehr ein Platz in der Mitte der mächtigsten Stadt weit und breit, sondern viele kleine Foren, mit vielen Menschen unterschiedlichster Herkunft und sozialer Stellung, die da Volkes Macht demonstrieren.

1999 entstand das „Cluetrain Manifest“ ein Ausschnitt aus der Überschrift sagt aus, was sich in den letzten 10 Jahren zu dem entwickelt hat, das wir heute „Social Media Kommunikation“ nennen:

Ein kraftvolles globales Gespräch hat begonnen. Über das Internet entdecken und gestalten die Menschen neue Wege, um relevantes Wissen mit rasender Geschwindigkeit auszutauschen. Als direktes Resultat werden die Märkte intelligenter — und sie werden schneller intelligent als die meisten Unternehmen.

Der schönste und für mich wichtigste Satz ist der: „Märkte sind Gespräche“

Nein, ich behaupte hier nicht, dass jetzt lauter viel schlauere Menschen überall mit diskutieren wollen. Wahrscheinlicher ist es wohl, dass sich einfach sehr viele für schlauer halten als sie es sind, aber Tatsache bleibt, unabhängig davon wie schlau oder weniger schlau die Menschen heute sind, sie wollen mit bestimmen. Sie wollen ihre Meinung sagen und vor allem …sie wollen ernst genommen werden!

Im Grunde ist es doch ganz einfach… Jeder von uns ist sehr viel öfter Kunde als Anbieter, oder?

Wie gut kommen denn bei Ihnen Unternehmen an, die Sie stundenlang in Warteschleifen parken, um dann durch eine freundliche, aber inkompetente Person, mitteilen zu lassen, dass der von Ihnen gewünschte Ansprechpartner für Ihr Problem (oder Ihre Anregung, oder vielleicht sogar Ihr freundliches Kompliment zum gelungenen Produkt) für Sie keine Zeit hat?

Wie gefällt es Ihnen, wenn Sie immer häufiger das Gefühl haben, Ihnen wird etwas angedreht, dass Sie weder brauchen noch wirklich wollen? Haben Sie nicht auch manchmal gute Lust, jemandem richtig vor das Schienbein zu treten, weil der Sie herablassend behandelt, oder Sie womöglich sogar wissentlich betrogen hat?

Märkte sind Gespräche… egal was Sie im Markt positionieren wollen, kommen Sie mit den Menschen, die Ihren Marktplatz erst zu einem Markt machen, ins Gespräch. Hören Sie denen genau zu, die am allerbesten wissen, was an Ihrem Produkt das besonders Tolle ist, oder eben was Ihr Produkt zu dem besten in diesem Markt machen kann.

Es gibt noch einige andere Warums die den Erfolg von Social Media Kommunikation ausmachen, aber das Zuhören und der respektvolle Umgang mit anderen Menschen, ist eben der wichtigste Grund, diese Revolution verstehen zu lernen.

Kommen Sie doch besser mit den „Märkten“ also Menschen ins Gespräch, als bei Ihrer „Zielgruppe“ ins Gerede.


CeBit und Social Media ♥

Man sollte meinen, die große Liebe. Trifft sich in Hannover doch die IT Welt. Hier präsentieren Mobilfunk Anbieter ihre Mobile Web Lösungen und überhaupt alles was mit neuen Medien zu tun hat, zeigt sich in Niedersachsens Hauptstadt. Doch offensichtlich kommen diese Beiden über das Stadium des kleinen Flirts auch dieses Jahr noch nicht hinaus. In der Webciety treffen sich die „Social Medians“ und vor einer Twitterwall sitzen auf dem Podium lauter mehr oder weniger wichtige Leute die über das Social Web berichten und diskutieren. Neben diesem Podium dann, trifft sich die Blogger Welt in der t3n Blogger Lounge und freut sich, all die virtuellen sozialen Kontakte hier im realen Leben zu treffen. Auch für mich übrigens das Highlight meines CeBit Besuches. Das ist aber auch alles, was in Sachen Social Medialer Welt auf der immer kleiner werdenden CeBit zu finden war. Wie kommt das? Sind bei den meisten Unternehmen, die auf der CeBit ausstellen, etwa die Chancen und Möglichkeiten des Social Web noch nicht angekommen? Ok, ein Aussteller scheint der Meinung gewesen, er hätte das mit dem Marketing über Twitter verstanden und musste sich eines besseren belehren lassen:  Twitterwall missbraucht: Flashmob auf der Cebit Ein Paradebeispiel dafür, was passieren kann, wenn Marketing Experten das Wörtchen „Social“ überlesen und sich für besonders innovativ halten. Oder ist genau das der Grund, warum sich Unternehmer noch immer sehr zurückhaltend auf das Social Web einlassen? Der „Mop“ könnte die Kontrolle übernehmen…

Social Media Marketing passt nicht ins klassische Kampagnen Korsett, in dem alles berechenbar und kontrollierbar ist. Der Social Webber möchte ernst genommen, beachtet und respektiert werden. Er will nicht mit Werbebotschaften bombardiert werden. Er ist kein dumpfer Verbraucher, dem nur lange genug eingetrichtert werden muss, dass er ohne Produkt XY in dieser Welt nicht mehr leben kann, damit er sein Geld dafür ausgibt. Er nimmt es auch nicht mehr kritiklos hin, wenn teuer bezahlte Produkte nicht das können, was die Werbung versprochen hat. Der Nutzer der Möglichkeiten, die ihm das Social Web bietet, mischt sich ein, diskutiert und kritisiert, wo es nötig scheint. Aber genau da liegt ja auch die große Chance für Unternehmen. Wie Sabrina Panknin in ihrem Blog Artikel: Kritik im Social Media sehr gut nachvollziehbar beschrieben hat,  sind genau diese kritischen Menschen diejenigen, die es für Unternehmer zu erreichen gilt. Denn gerade der potenzielle Kunde, der sich die Zeit nimmt, ein Produkt zu bewerten, genauer derjenige, der konstruktiv kritisiert, wird auch aktiv, wenn er begeistert ist bzw.  empfiehlt glaubwürdig weiter, wenn er sich ernst genommen fühlt und zufrieden mit einem Produkt ist.

Grundsätzlich scheint diese CeBit ja für die Aussteller positiv verlaufen, da das Publikum sehr viel fachkundiger war und Gespräche an den Ständen mit wesentlich mehr Kompetenz, sehr viel intensiver geführt werden konnten. Auch die erste „Nachlese“ der Deutschen Messe bestätigt diesen gefühlten Trend. Höre ich dann genau hin, womit eben dieser erfolgreiche Messeverlauf erklärt wird, liegt mir persönlich immer ein: „Jawohl und das genau ist der Effekt von Social Media“ auf der Zunge. Es war einfach mehr Zeit für Gespräche mit echten Interessenten. Kein Massenpublikum das durch die Hallen „schlenderte“ und nur angelockt durch Werbung, ohne konkretes Interesse, informiert werden musste.  Standbesucher hatten sich vorher via Internet informiert und konnten sehr viel gezielter Informationen abfragen, mit denen die Kaufentscheidung schneller und verlässlicher getroffen wurde. Die Tatsache, dass an den Ständen einfach mehr Ziel führende Kommunikation möglich war, also vorwiegend potenzielle Kunden die Informationen bekommen haben die sie auch wirklich wollten, statt eine große Menge Menschen mit Botschaften zu bombardieren, die sie nicht interessieren, hat also für mehr Umsatz und mehr echte Kontakte gesorgt. Das genau ist Sinn und Nutzen von Social Media Marketing. Wenn jetzt also endlich dieses Potenzial als Nutzen erkannt wird und sowohl Zeit als auch Kontrollverlust als Investition zum Erreichen dieses Nutzens gesehen wird, dann glaube ich, werden wir bis zur nächsten CeBit 01.03.-05.03.2011 sehr viel mehr Social Mediale Präsenz erleben. Mit einem leicht verschmitzten Augenzwinkern sei angemerkt, dass meine Netzwerkpartner und ich ihnen natürlich gerne zur Verfügung stehen, sollten sie bis dahin auch mit ihrem Unternehmen Social Median sicher werden wollen 😉

Neujahresputz

Ein neues Jahr beginnt, sogar ein neues Jahrzehnt. Die ersten Tage in einem neuen Jahr sind ja meist durch gute Vorsätze und Aufbruchstimmung geprägt. Die Speisekammer wird von Dickmachern befreit, die Zigarettenschachteln, Feuerzeuge, Aschenbecher fliegen raus und der Kleiderschrank wird meist (zumindest bei uns Frauen) umsortiert, damit die Zielkonfektionsgröße vorne hängt. Unternehmer machen Inventur, es wird also geschaut, was war, was ist und was soll. Jahrespläne entstehen, Ziele werden gesteckt und oft unterscheiden diese Ziele sich von denen des Vorjahres, weil sich die Ausgangsbedingungen geändert haben oder einfach weil der Unternehmer die ruhige Zeit der Feiertage dazu genutzt hat, neue Ideen zu entwickeln. Dies ist auch die Zeit, in der sich Marketing Leute neuen Wegen widmen können, denn genau das wird von ihren Auftraggebern und Chefs erwartet. Der wichtigste neue Weg im Jahr 2010 wird sicherlich der Bereich Social Media Marketing sein und hier gilt es eine klare Strategie zu entwickeln, damit der schöne neue Weg nicht im Nirwana von Zeitfressern, Abmahnern und Nervensägen endet.

Viele haben ja im letzten Jahr schon damit begonnen, im großen Social Web die ersten Präsenzen zu schaffen, die meisten sind ja bereits seit Jahren in Social Networks wie Xing, Facebook und ähnlichen unterwegs und jeder hat schon irgendwo im Internet seine Spuren hinterlassen. Um jetzt aus all den verschiedenen Spuren, Präsenzen und Internet Aktivitäten eine echte Social Media Strategie zu bauen, ist also erst einmal ein gründliches „Klarschiff machen“ nötig. Wo sind Sie denn überall vertreten? Was steht in den verschiedenen Netzwerken über Sie und Ihr Unternehmen? Mit wem sind Sie bereits vernetzt? Welche Kontakte entsprechen Ihrem Ziel und welche passen überhaupt gar nicht in Ihre Zielbeschreibung? Diese und andere Fragen sollten Sie für sich erst einmal klären und dann konsequent aufräumen. Wie das zum Beispiel bei Xing super funktioniert, hat Silke Schippmann (Team Leader Community bei Xing) in ihrem Blog Beitrag „Networking 2010: Zehn gute Vorsätze“ sehr gut beschrieben. Die meisten Hinweise und Tipps die Silke dort gibt gelten auch für alle anderen Bereiche im Social web und einmal gründlich durchforstet, gewinnen sie den Überblick und Raum, richtig zu starten in die spannende Welt des Social Media Marketing. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und Happy Net(t)working.

PS: Falls Sie schon an dem Punkt „Social Media Strategie“ hängen geblieben sind, weil Ihnen genau das noch nicht wirklich klar ist und Sie sich fragen „Wie geht denn das überhaupt?“ dann freue ich mich auf Ihre Mitteilung bzw. Kontakt Aufnahme. Das ist, was ich mache: Ich zeige Ihnen die Wege auf denen Sie erfolgreich im Social Web voran kommen.

Das Social Web oder ein Netz von 1000 Missverständnissen

Na gut, auch der konservativste Unternehmer hat inzwischen schon wenigstens einmal die Begriffe Social Web, oder Social Media Marketing gehört.  Viele besitzen auch schon einen Account bei einem Social Network wie Xing, Facebook oder ähnlichem, sind dem „Echtzeitweb“ bei Twitter auf der Spur und googeln zur Überwachung der „Online Reputation“ regelmäßig den Firmennamen. Der Erfolg dieser Web 2.0 Maßnahmen ist allerdings bei den allermeisten Unternehmen eher mäßig und das hat viele Gründe. Ein Grund der als Überschrift für alle weiteren zählt ist, dass es zu diesem Medium unglaublich viele Missverständnisse gibt. Mit diesem Blog hier, werde ich den Versuch machen, einen großen Teil dieser Missverständnisse aufzuklären, ob mir das gelingt, hängt aber sehr davon ab, wie Sie sich als Leser daran beteiligen. Tatsächlich scheint es nämlich so, dass wir, die wir ständig und seit Jahren im Internet unterwegs sind, die wir bloggen, social networken und im Grunde beinahe einen parallelen Lebensraum im Netz sehen, dass wir oft den Blickwinkel eines weit weniger Netzaffinen nicht nachvollziehen können. Wie es eben so mit Missverständnissen ist, finden sie immer auf zwei Seiten statt und sie zu klären bzw. zu beseitigen erfordert einen offenen Dialog. Das bedeutet also, dass ich nicht immer sicher weiß, was denn nun tatsächlich das Problem ist, wegen dem vielleicht der eine oder andere das Netz meidet oder zumindest sehr negativ betrachtet. Hier ist es also für beide Seiten sinnvoll und nützlich, wenn Sie die Kommentarfunktion nutzen um mir Ihre Sicht der Dinge mitzuteilen. „Gemeinsam“ ist das wichtigste Wort im Social Web, daher lassen Sie uns doch einfach auch gemeinsam Missverständnisse aufklären und somit einen echten Mehrwert schaffen.

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Mit der Definition des Begriffes Social in diesem Zusammenhang, habe ich ja bereits einen wesentlichen Punkt beleuchtet, der oft falsch verstanden wird. Immer wieder begegnen mir Menschen, die von sich behaupten wirklich viel von Social Media Marketing zu verstehen und wenn ich dann ihre Web Präsenzen nach blättere stelle ich fest, dass sie tatsächlich nur Marketing mit den Neuen Medien machen, der Faktor Social aber komplett fehlt. Kürzlich wohnte ich einem Gespräch bei, in dem es um das Thema „Twitter“ für die Eigen PR ging und war beinahe schon erschüttert, was es da für Irrglauben gibt. So erklärte zum Beispiel ein Fachmann für Selbstmarketing in Business Netzwerken (in seinem speziellen Thema zugegeben wirklich sehr viel kompetenter als ich) seinem Gegenüber, dass nur Business relevante Tweets geschrieben werden dürften, alles persönliche hätte da ja nichts zu suchen. Schreck lass nach… das war mit Verlaub der größte Blödsinn, den ich je im Zusammenhang mit Twitter gehört habe. Der so falsch informierte Herr nickte verstehend und ergänzte dann noch passend mit dem Satz: “ Stimmt, sonst wird man ja schnell zu diesen *ich geh auf´s Klo* Schreibern sortiert und nicht mehr ernst genommen“ Autsch…

Twitter lebt von Persönlichkeit! Wenn Sie Menschen über Twitter für sich und Ihr Unternehmen/Produkt begeistern wollen, dann funktioniert das nur und ausschließlich über die Person die hinter diesem Twitter Account steckt. Am besten erkläre ich Ihnen das einfach mal an meinen eigenen Erfahrungen. Für diejenigen, die Twitter noch nicht kennen wird das jetzt sicher etwas schwieriger zu verstehen sein, aber auch darauf gehe ich in einem meiner zukünftigen Beiträge noch genauer ein, bleiben Sie also einfach weiter am Ball, dann klärt sich das sicherlich. Nun aber mal zum Thema persönlich oder nur geschäftlich twittern und als kleines Nebengleis noch das durch Agenturen twittern lassen. Wenn ich in meiner „Followerliste“ neue Abonnenten meiner Tweets entdecke, dann schaue ich erst einmal nach, was die denn so schreiben, bevor ich entscheide ob ich umgekehrt ihre Tweets abonnieren möchte oder nicht. Lese ich dort aber nur Werbung für die eigene Firma, das eigene Produkt und am besten noch ständig die gleichen Links auf die eigene Webseite, dann folge ich diesem Twitterer sicherlich nicht. Wenn ich sehe, dass dort ein Mensch! twittert, einer der sich freut weil es angefangen hat zu schneien und der eine Empfehlung gibt, wo ich ein für mich interessantes Thema besonders gut nachlesen kann, da freue ich mich über den Zuwachs in meiner „Timeline“ denn dieser Twitterer scheint mir einen tatsächlichen Mehrwert zu bringen. Es entsteht im Laufe der Zeit hier und da ein Dialog, man tauscht sich über Twitter zu gemeinsamen Interessen aus und im günstigsten Falle trifft man sich auch mal persönlich auf einer Veranstaltung zum Beispiel. In meiner Timeline (also da wo sich alle von mir abonnierten Tweets sammeln) erscheinen ausschließlich Tweets von Menschen die für mich ganz persönlich relevante Dinge schreiben, ich entscheide schließlich selber darüber was ich lesen möchte und was nicht (soviel auch gleich zum Thema „Klotweets“). Wenn Sie also Twitter als Marketing Instrument nutzen wollen, sollten Sie sich ihrer Zielgruppe als lesenswert präsentieren. Schnell viele Follower zu haben, bringt überhaupt nichts, wenn diese Verfolger gar nicht lesen was Sie schreiben. Wenn aber nach und nach immer mehr Menschen ihre Tweets lesen, weil Sie interessante Informationen weiter geben, sympathisch und glaubwürdig daher kommen, dann werden diese Menschen Sie und das was Sie schreiben weiter empfehlen und zwar an andere Twitterer, die sich für Ihr Thema interessieren, also an Ihre Zielgruppe. Das ist Social Media Marketing…nicht nach der Devise „Tue Gutes und rede darüber“ sondern „Tue Gutes so das andere darüber reden bzw. twittern“ Damit ist dann auch geklärt, ob eine Agentur in ihrem Auftrag twittern kann, denn wie soll eine Agentur Ihre Persönlichkeit im Netz denn glaubwürdig vertreten? Genau, geht ja gar nicht.

Soweit also zu einem immer wieder auftauchenden Missverständnis im Zusammenhang mit Twitter. Relevant ist, was die Menschen im Social Web als relevant empfinden und um herauszufinden, ob Ihr Unternehmen, Ihr Produkt und Ihre Person relevant ist und vor allem für wen, braucht es einige Zeit und Ihre Aufmerksamkeit. Haben Sie aber dann den richtigen Ton und Ihre Zielgruppe gefunden, zahlt Ihnen das Social Web diese Investition mit Empfehlungen und Aufmerksamkeit hundertfach zurück.

Der Unterschied zwischen Net(z)werken und Net(t)werken ist weit mehr als nur ein Buchstabe

Net(z)werker -> sammeln Kontakte ->bombardieren diese mit ihrer Werbung -> investieren viel Zeit -> Ergebnis=Zufall -> Einzig sicher ergibt sich bald der Ruf als Spammer und dadurch eine negative Online Reputation

Net(t)werker = Social Networker -> vernetzen sich online mit Menschen -> interessieren sich für diese Menschen -> senden ihre Informationen nur an die Menschen die dies als wertvolle Info empfinden -> investieren ebenso viel Zeit -> Ergebnis=Messbar -> sie werden empfohlen also nachhaltig erfolgreich

Kurz: Kontakte pflegen statt sammeln = Qualität vor Quantität = Empfehlenswert statt Spammer ;o}

Das Net(t)werken wird neudeutsch als Social Network  bezeichnet und wie Kleine und Mittelständische Unternehmer diese (für mich) wunderbare Welt des Netzes optimal nutzen, lernen sie in meinen Seminaren und Workshops so, dass es nicht nur einfach funktioniert, sondern ihnen auch noch leicht fällt. Nächster Workshop zum Thema „Social Web“ am 28.11.09 ab 09:30 Uhr im CC Mercure Walsrode

Empfehlen 2.0 | Das neue Tool bei Xing „Referenzen“

Gerade habe ich mir die Zeit genommen, meine Xing Kontakte durch zu blättern um das neue Tool „Referenzen“ aktiv zu nutzen. Es ist zwar im ersten Moment etwas aufwendig, wenn man so wie ich, mehr als 700 Kontakte einmal mit neuen Blickwinkeln durch blättert, aber diese Zeit sollte sich jeder nehmen, der Xing als Social Media Werkzeug einsetzt. Jetzt ging es ja darum, rückblickend zu schauen, mit welchen meiner Xing Kontakten habe ich denn schon einmal zusammen gearbeitet und wer hat mich dabei so begeistert, dass ich ihm dafür eine Referenz geben kann und will. Zukünftig wird es dann so sein, dass ich immer dann eine Referenz schreiben werde, wenn eine Zusammenarbeit stattgefunden hat. Dieses zeitaufwändige „alle Kontakte durchblättern“ ist also nur eine einmalige Zeitinvestition in mein Businessnetzwerk.

Es war sehr interessant zu sehen, wie viele tolle und erfolgreiche Geschäfte schon über mein Xing Netzwerk stattgefunden haben. Die Tatsache, dass Begriffe wie Vertrauen und Begeisterung in vielen der erstellten Referenzen auftauchen, zeigt den besonderen Vorteil von Social Networks. Man kennt sich einfach besser, bevor ein Auftrag vergeben wird und die Entscheidung für einen Berater oder anderen Dienstleister fällt sehr viel leichter, wenn eine Vertrauensbasis besteht. Es ist sicher nicht leicht, diese Vertrauensbasis online aufzubauen, es macht aber alles einfacher, wenn es erst einmal gelungen ist.

Von Landwirten und Fischern…Was für ein Marketingtyp sind sie?

Die klassische Landwirtschaft läuft nach festen Regeln ab. Das Vieh wird im Stall oder auf der abgezäunten Weide gehalten. Wie viele Tiere es sind kann der Landwirt entscheiden. Auch wie viel Ackerfläche er hat und wie diese Äcker bestellt werden, bestimmt er.Qualität und Quantität werden also von ihm gesteuert. Von allem was er produziert, behält er immer auch einen Teil zurück, um es als Saat für das nächste Jahr zu nutzen. Ob Ernte oder Milch, der Landwirt hat seine festen Abnehmer, da all seine Produkte weiter verarbeitet werden müssen. Die für die Weiterverarbeitung zuständigen Betriebe, sind meist in der näheren Umgebung, da weder Milch noch Getreide allzu weit transportiert werden können. Der Landwirt muss also seine Kunden nicht suchen. Er konzentriert sich auf Qualität und Quantität seiner Produkte. In  Sachen Marketing geht es für den Landwirt vor allem darum, dass die vorhandenen Abnehmer den besten Preis zahlen und die größte Menge abnehmen.

Der Fischer hat keinen Einfluss darauf wie viele Fische im Meer sind, sein Fangergebnis hängt zum großen Teil davon ab, mit welchen Netzen er fischt und in welchen Gebieten er diese Netze auswirft. Die Qualität der Fische die in seinem Netz landen, kann er nicht steuern. Er kann all seine Fische verkaufen, denn wenn der Fang aufgebraucht ist, fährt er eben wieder raus und fängt neuen Fisch. An wen er aber seinen Fisch verkauft, dass muss er vor dem Auslaufen entscheiden und sicher stellen, denn einmal an Land, verdirbt der Fisch schnell. Seine Zielgruppe, der Abnehmer also, ist vielschichtig. Er kann sich mit seinem Fang selber an den Kai stellen und vom Kutter direkt verkaufen. Er kann sich Fischhändler suchen, die er beliefert, oder Einkäufer von allerlei Großhändlern für sich gewinnen. Der Fischer muss sich also darauf konzentrieren, mit welchen Netzen er wo fischt. Davon hängt ab, welche Zielgruppe er beliefern kann. Er kann natürlich auch umgekehrt erst entscheiden welche Zielgruppe er beliefern will und dann entsprechend der Zielgruppe Fanggebiet und -Methode abstimmen. Der Fischer muss also beim Thema Marketing sehr viele Faktoren bedenken. Sowohl Qualität als auch Quantität kann er nur bedingt beeinflussen. Dafür entscheidet er darüber welche Zielgruppe er beliefert. Diese muss er also finden und für sich bzw. seine Ware begeistern.

Beiden Berufen gemeinsam ist aber die Tatsache, dass sie keinen Bedarf wecken müssen, denn ihre Produkte sind ja die wichtigsten Grundlagen für unsere Ernährung. Wer also ein Produkt zu vermarkten hat, für das erst noch der Bedarf geweckt werden muss, der steht in Sachen Marketing natürlich vor einer sehr viel höheren Herausforderung.

Wie schaut es denn da bei ihnen aus? Sind sie eher der Landwirt? Der innerhalb einer fest vorgegebenen, kleinen Zielgruppe mit seinem Produkt den besten Preis erzielen muss. Oder gehören sie zu den Fischern, die sich aus einer diffusen, großen Masse an möglichen Abnehmern, ihre Zielgruppe heraussuchen müssen?