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Verflixt

Seit zwei Jahren nichts mehr auf dieser Seite geschrieben, nicht einmal mehr irgendwelche Kurz-Hinweise oder Tipps, da wird es Zeit sich etwas einfallen zu lassen. Tatsächlich schreibe ich nämlich jeden Tag sehr viele Beiträge und Artikel, aber eben nicht in meine eigenen Blogs, sondern für andere Webseiten, für ein Lokalblatt und auf anderen Plattformen. 

Es ist also ein neuer Plan nötig, wie dieser Blog zukünftig für meine Leser wieder attraktiv werden kann. Dieser Plan entsteht gerade und wer mag ist herzlich eingeladen mitzuplanen. Soll es weiter, wie die ersten Jahre Tipps und Hinweise für die Nutzung der Sozialen (die inzwischen gar nicht mehr so sozial sind) Medien geben? Oder wäre es interessanter, wenn ich hier all das was ich woanders geschrieben habe hier her legen um es zu sammeln? Als freie Redakteurin mach ich ja auch wahnsinnig viele Fotos, von denen meist nur zwei-drei in der Zeitung landen. Ob es vielleicht hier passen würde, die anderen Bilder zu veröffentlichen? Wie auch immer, es wird hier wieder mehr passieren.

Bis dahin… gerne Ideen und Vorschläge in die Kommentare oder über Facebook geben, denn nichts verpflichtet und motiviert mehr, als Resonanz 😉

 

Von #digiheads und Zahlungsmitteln

Wer sich oft und intensiv ehrenamtlich engagiert, kennt vielleicht die Frage „warum tust du dir das an, ohne Bezahlung zu arbeiten?“ Oder auch diejenigen, die sich in Netzwerken aller Art mit ihren Kompetenzen einbringen, ohne für jeden Handschlag eine Rechnung zu schreiben. Besonders diejenigen, die in der Social Media Welt unterwegs sind, geraten da oft in Erklärungsnöte. Auf der einen Seite stellen sie ihr Wissen kostenlos zur Verfügung, wie ich hier in meinem Blog. Andererseits wollen sie aber mit diesem Wissen ihren Lebensunterhalt verdienen. Mit dem Projekt #digiheads habe ich endlich ein Antwort auf diese Fragen erhalten.

Das bei zuviel ehrenamtlichem Engagement einiges auf der Strecke bleiben kann, davon kann ich tatsächlich ein Lied singen. Genau das werde ich jetzt auch einfach mal anträllern, allerdings nicht um zu wehklagen, sondern um deutlich zu machen, was ich warum durch das Projekt digiheads gelernt habe. Vielleicht beantwortet sich damit auch gleich mal eine andere häufig gehörte Frage. „Was ist das denn mit diesen #digiheads überhaupt?“

Kostenlos heißt nicht umsonst, es gibt viele unterschiedliche Zahlungsmittel

Währung Aufmerksamkeit/Wählerstimmen: Es gibt ja viele Bereiche, in denen sich Menschen die neben ihrem Broterwerb etwas machen wollen ehrenamtlich engagieren können. Ich bin in der Kommunalpolitik. Ja, Politiker in den kommunalen Parlamenten sind Ehrenamtler! Doch tatsächlich ist es längst keine „Frage der Ehre“ mehr, sich kommunalpolitisch zu engagieren. Die Zeiten, wo die Mitglieder von Gemeinderat und Kreistag, mit Achtung und Respekt behandelt wurden, sind schon lange vorbei. Doch genau diese Aufmerksamkeit, diese Achtung war für viele ein Teil des Lohnes für ihre Arbeit. Ich selber will Dinge ändern, die mich geärgert haben und mag mich nicht über Ärgernisse beklagen, wenn ich Einfluss darauf nehmen kann. Es ist mir wichtig, was ich dort mache und im Laufe der Jahre die ich jetzt Ratsfrau und Kreistagsabgeordnete bin, habe ich auch schon einiges bewegen können. Dafür investiere ich nicht nur meine Freizeit, sondern auch viele Stunden, in denen ich mich normaler Weise um mein Geschäft kümmern sollte. Jedes Mal wenn ich dann von irgendeiner Seite wieder mal angepöbelt werde, weil den einen etwas nicht schnell genug verändert wurde, oder anderen sowieso nicht passt was ich mache, weil sie auf der politisch anderen Seite stehen, denke ich „warum tue ich mir das überhaupt an?“. Des Geldes wegen? Kann nicht, gibt ja keines. Der Anerkennung wegen? Tja… Pustekuchen, jedesmal wenn ich mal wieder was geschafft habe, was mir hätte Anerkennung bringen können, war bis jetzt immer schnell jemand zur Stelle, der sich die Lorbeeren umgehängt hat. Aber ok, mir geht es ja auch um die Sache. Mein Lohn ist also, etwas geschafft zu haben, das muss genügen. Doch was passiert am nächsten Wahltag? Erhalte ich da genügend Wählerstimmen, um in den Themen die mir wichtig sind weiter zu ändern was mich ärgert?

Währung Empfehlungen: Im Gewerbe- und Verkehrsverein [GVS] hier in Scheeßel bin ich die dritte Vorsitzende. Wohl in jedem Ort gibt es Netzwerke von lokal engagierten Unternehmern. Unsere hier in Scheeßel haben in ihrer Freizeit schon einige tolle Aktionen auf die Beine gestellt. Bis vor einigen Jahren hat davon aber kaum einer etwas mitbekommen. Die Öffentlichkeitsarbeit des GVS war nicht nur übel, sondern hat kaum stattgefunden. Eine Website die eingestaubt und ungepflegt im Internet herum dümpelte und zu den Events mal eine Seite in den den Lokalblättchen, dass war es dann aber auch schon. Die zuständige Agentur hat nur auf Zuruf irgendwas bearbeitet und entsprechende Rechnungen erstellt. Ein Verein mit vergleichsweise kleinem Beitrag stößt da auch wirtschaftlich schnell an Grenzen. Ich habe also ehrenamtlich die Öffentlichkeitsarbeit übernommen. Die Internet-Präsenzen wurden komplett neu aufgesetzt, Facebook und Twitter sind dazu gekommen. Auch die Lokalblättchen bekommen jetzt regelmäßig Pressemitteilungen und der monatliche Stammtisch wird durch mich aktiv beworben. Der GVS ist damit deutlich bekannter geworden und vor allem, hat er sein verstaubtes Image verloren. Was aber noch viel wichtiger ist, die Mitgliedsbetriebe des GVS bekommen deutlich mehr Aufmerksamkeit, sie werden sehr viel besser wahrgenommen. Alle haben also einen Nutzen von meinem kostenlosen Engagement. Alle?!? Na ja, nicht ganz. Mein Gedanke war ja, in einem guten Netzwerk werden kostenlos erbrachte Dienstleistungen mit der Währung Empfehlungen, also bezahlten Folgeaufträgen honoriert. Leider ist aber bisher für mich kein bezahlter Job dabei herausgekommen, da die Agentur die früher zuständig war diese Aufträge bekommt… Ok, dieses Zahlungsmittel scheint also nicht besonders empfehlenswert, wenn das Netzwerk nicht wirklich funktioniert 😉

Währung Fun:  Wenn etwas einfach wirklich Spaß macht, dann steigert das ja erheblich die Lebensqualität. Der Funfactor ist daher ja auch als Währung für ehrenamtliches Engagement sehr wichtig. Einfach weil ich Spaß an tollen Festivals habe und gerne Veranstaltungen organisiere, habe ich mit zwei weiteren Festival Fans den Heimat-Festival e. V. gegründet. Die Idee fürs Heimat-Festival entstand, weil wir hier in Scheeßel zwar ein riesen Festival haben, die Scheeßeler selber dabei aber irgendwie nicht mitwirken können. Wir haben aber tolle Musiker hier. Auch für die kulinarischen Highlights eines Festivals sind wir in unserer Region sehr gut ausgestattet. Sogar die Sponsoren ohne die so ein Event ja gar nicht möglich wäre, sind in Scheeßel begeistert dabei.  Am 09.05.2015 findet das Heimat-Festival bereits das zweite Mal statt und unsere 1.000 Tickets sind schon wieder beinahe ausverkauft. Es scheint also, dass mit ausreichend Spaß sehr viel mehr gelingt, auch wenn es finanziell eher Verluste bringt, denn auch in die Festival Orga sind natürlich viele Stunden geflossen, die normalerweise dem Geschäft gehören. Wenn aber am Festival Abend alle Spaß haben, dann gleicht das einfach alles aus. Fun ist also ein wirklich wichtiges Zahlungsmittel!

digiheads oder alle Währungen außer Bargeld: Jetzt komme ich dann auch endlich auf die digiheads denn dort habe ich festgestellt, dass es eben doch noch Netzwerker gibt, die Sinn und Zweck eines guten Netzwerks nicht in Eurobeträgen messen. Als mir im Januar diesen Jahres auf Facebook ein Post ins Auge fiel, in dem Sandra Schink fragte, wer denn Lust hätte bei einem ungewöhnlichen Fotoprojekt mitzumachen, habe ich nur aus Neugierde „hier“ gerufen. Was dann aber tatsächlich daraus wurde, lässt sich heute kaum beschreiben, weil es deutlich mehr als einfach nur „ungewöhnlich“ ist. Die coolen Köpfe waren schnell gefunden. Ohne Plan oder irgend einem „What´s in it for me“ Versprechen, hatten sich elf Ladys aus ganz Deutschland innerhalb weniger Stunden in der Facebook Gruppe versammelt die Sandra spontan eingerichtet hat. Die Idee ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen, bei dem alle ihre unterschiedlichen Kompetenzen zusammen tragen und am Ende dafür ungewöhnliche Fotos bekommen, hatte ausgereicht als Motivation. Ich habe da zum ersten mal von dem Prinzip TfB gehört. TfB steht für Time for Buzz und beschreibt die Zahlungsmethode „Zeit gegen Aufmerksamkeit“. Genauer erklärt wird das hier. Die Überschrift dieses Projektes war von Anfang an „Die Menschen hinter den Buzzwords“ und was Buzzwords sind, erklärt sich dem nicht gar so digital affinen Menschen schnell, wenn doch Buzz Aufmerksamkeit bedeutet. Ja, Buzzwords sind Wörter, die im Internet für Aufmerksamkeit sorgen. Alle #digiheads haben gemeinsam, dass sie in ihrer Arbeit die Aufmerksamkeit auf Themen, Produkte, Unternehmen oder Personen lenken. Ob als Kommunikationsberaterin, Fotografin, Designerin und einigem anderen mehr, nutzen alle Digiheads dafür das Internet. Vor allem sind wir alle bei unserer Arbeit normaler Weise nahezu unsichtbar. Unsere Aufgabe ist es ja, die Aufmerksamkeit auf anderes zu lenken, nicht auf uns. Genau deshalb sind bei diesem Projekt auch die Menschen hinter den Fotos so wichtig und prominent präsentiert. Denn genau darum geht es bei den Digiheads, um die Währung Aufmerksamkeit. Mit diesem Projekt empfehlen wir uns gegenseitig für die Aufgaben, die eben zu einem funktionierenden digitalen Projekt gehören. Die meisten Digiheads sind Freiberufler. Wenn wir also einen großen Auftrag bekommen, müssen wir all die Kompetenzen, die eine Agentur unter einem Dach vereint, aus unseren Netzwerken zusammen tragen. Jetzt brauche ich nicht mehr kreuz und quer durch die digitale Welt zu suchen, um zu wissen, mit wem ich welchen Projekt Teil am besten umsetzen kann. Die Währung Empfehlungen funktioniert hier also automatisch. Da ja von vornherein klar gewesen ist, dass keine der Beteiligten Lust hat, auf nullachtfünfzehn Business Fotos und weil es ja um die Perönlichkeiten nicht nur um die Person gehen sollte, haben wir uns überlegt, was uns ausmacht. Einige aus unserer Runde haben da im Laufe des Projektes tatsächlich nicht nur über die anderen im Team, sondern auch über sich selber einiges entdeckt. Wie unterschiedlich doch Fremd- und Eigenwahrnehmung funktionieren. Eine für mich ganz neue Währung war daher auch der Teamspirit durch den dann auch mein Digiheads Profil entstanden ist. Was für uns alle tatsächlich im Laufe der nur zwei Monate die es gebraucht hat, das ganze Projekt offiziell zu präsentieren die größte Motivation war… die Währung Fun! Wie viel Spaß wir hatten (und immer noch haben) ist mit dem Making Of Video von Sandra Martin vielleicht zu erahnen:

Wer jetzt denkt: „och… irgendwie gefällt mir dieses Zahlungssystem und so gesehen bin ich doch auch ein digihead“ dann lies doch einfach mal hier wie das funktioniert.

Social Media Kommunikation-Alles Facebook oder was

Frühlingserwachen ist ja was sehr Schönes. Noch schöner finde ich, wenn dieses Erwachen sich auch auf ganz andere Bereiche ausdehnt. So zum Beispiel aktuell darauf, dass Facebook nicht die Welt und genauso wenig die einzige brauchbare Social Media Marketing Plattform ist. Für viele der, besonders in den letzten Jahren, neu geborenen Kommunikations-experten, scheint es ein sehr unangenehmes Erwachen.

Den Anstoß zu diesem Artikel gaben mir die Beiträge bei Social Secrets und Indiskretion Ehrensache die sich mit den Reaktionen auf geänderte Regeln bei Facebook sehr unterhaltsam auseinander setzen. Beide haben meine volle Zustimmung.

Facebook kann doch jeder!“ und „Wir machen irgendwas mit Facebook, das genügt und kostet nix!“ war ja nun wirklich lange genug die allgemeine Meinung, derer die glaubten Social Media Marketing verstanden zu haben. Warum es auf diesem Blog hier zum Thema „Social Media Irgendwas“ auch recht ruhig geworden war, in den letzten Monaten. Keiner wollte wissen, dass es eine professionelle Social Media Strategie, oder gar ein Gesamtkonzept für die Marken Kommunikation braucht, um neue „Marketing Kanäle“ (mag die Bezeichnung nicht, habe nur gerade keine bessere, die jeder versteht) zu erobern. Die Aufregung, dass Facebook ja eine „Datenkrake“ sei und Geld mit den Informationen der Nutzer verdient, ist ja schnell verflogen. Soweit waren ja alle dann doch einsichtig, dass diese Plattform zwar kostenlos, aber eben nicht umsonst ist. Auch versteht jeder, der sich ein bisschen Zeit dafür nimmt, sehr schnell und einfach wie alles so funktioniert auf Facebook. Naja, zumindest die Technik ist schnell erlernt und angewendet. Schnell und einfach bekommt ja auch jeder lauter Bekannte präsentiert, die bereits bei Facebook sind und mancher wundert sich, woher die beim Facebook denn wissen das ich die Leute kenne. Auch wird eine neue Seite recht schnell von vielen „geliked“ und das Gefühl wächst „Das läuft ja richtig gut hier!“, war ja alles total einfach.

Hobby oder Marke?

Natürlich erreicht man über Facebook wahnsinnig viele Leute. Wer bei seiner Geburtstagsparty unter „Polizeischutz“ stand, weil irgendwer seine private Einladung als Veranstaltung bei Facebook öffentlich gepostet hat, wird das sicherlich bestätigen. Auch für alle möglichen Freizeit Aktivitäten finden sich dort sehr schnell viele Gleichgesinnte, Mitstreiter die in den unzähligen Gruppen mehr oder weniger aktiv sind. Ob Kultur, Sport, virtueller Flohmarkt oder die unzähligen „Du kommst aus…“ Dorfseiten, Fotos, Sprüche, Gags und alles was es noch an Hobbys und Unterhaltung gibt, die Seiten wachsen sehr schnell und auf manchen findet auch tatsächlich sehr viel Interaktion statt. Es entsteht der Eindruck, manch einer ist nur durch seine Facebook Seite zu einer richtigen Berühmtheit geworden… Doch Moment mal! Beim genauen hinsehen fällt auf, da sind noch ganz andere Plattformen involviert. Denn ohne YouTube kein virtueller Video Star. Ohne Instagram & Co. wäre manch toller Fotografen mir gänzlich unbekannt und viele andere Begabungen, würden auf ein sehr kleines Publikum beschränkt bleiben, würden nicht die klassischen Lokalblätter, oder weit verbreitete Blogs und Twitter darüber berichten. Ach ja und natürlich gibt es viele Marken und Prominente, die auf ihren Seiten tausende „Likes“ haben. Doch auch da ein kleines biestiges „Moment mal!“… Die waren großteils bereits prominent, lange bevor der Student in Amerika sein Freundebuch erfunden hatte. Mir fällt so gar keine Marke ein, die durch Facebook zur Marke geworden wäre – außer Facebook und Mark Zuckerberg selber natürlich – und auch kein einziges Produkt, dass nur durch Facebook reißenden Absatz erlangt hat. [Denen die da schlauer sind als ich steht natürlich die Kommentarfunktion offen, meine Wissenslücken zu schließen] Vielleicht gibt es kleine Nischen, die ich nicht bemerkt habe, da es eventuell nicht meine Nischen sind, ich also nicht in der entsprechenden Interessen-Gruppe unterwegs bin. Doch auch ein Nischen Produkt benötigt üblicher Weise noch weitere Medien, um zur bekannten Marke zu werden.

Profis arbeiten mit Profis und die kosten nun mal Geld!

Womit ich bei der „gemeinsten“ aller Tatsachen angelangt bin, die es rund um das Thema Facebook und Social Media Marketing gibt. Markenbildung und aktive Vermarktung über Facebook, dass gibt es nicht und Social Media Marketing ist ein Wortspiel, dass im wirklichen Markt einsam sterben müsste, ohne die Menschen die klassische Kommunikations-Instrumente genauso beherrschen, wie die neuen Medien, oder eben die sogenannten „Social Medias“. Diese Menschen haben eine Berufsausbildung die eines oder mehrere Bereiche abdeckt, die unter dem großen Dach „Kommunikation“ zu finden sind. Dazu haben sie sich selber bereits viele Jahre in den neuen Medien bewegt. All die Fehler, die gemacht werden können, in der Kommunikation via Internet Plattformen, haben diese Profis längst gemacht. Wenn nicht selber, dann waren sie zumindest schon dabei, wie andere sie gemacht haben. Sie haben so die eigenen Lehren daraus gezogen. Daher wissen sie auch, dass es vollkommener Blödsinn ist, einfach mal schnell eine Facebook Seite einzurichten, im Glauben damit sei bereits der große Wurf gelungen… Zur Zeit streiken ja einige Piloten, weil sie für ihre Arbeit mehr Geld haben möchten. Ärgerlich für jeden, der auf irgendeinem Flughafen gestrandet ist, oder mit der Bahn weiter fahren muss. Verständlich für jeden, der für sich in Anspruch nimmt, dass seine professionelle Arbeit auch angemessen bezahlt wird. Es gibt sicherlich Menschen, die Flug-Simulations-Spiele beherrschen. Ich vermute mal, dass bei diesen Spielen die Cockpit Technik recht real nachgebildet ist, ein Gamer also recht gut wüsste, wozu die Instrumente im Flieger alle da sind und wie sie bedient werden. Würde jetzt wirklich jemand auf die Idee kommen, anstelle der streikenden Piloten, einen dieser Gamer an den Steuerknüppel einer großen Passiermaschine zu setzen, nur weil der ahnt wie die Technik funktioniert? Ok… ich nehme die Bahn und gehe davon aus, dass dort ein ausgebildeter Lokführer vorne sitzt und nicht jemand der sich in seiner Freizeit… 😉

 

ConventionCamp 2012 Nachlese

So kann es gehen… da schreibt frau mit Fleiß und Mühe einen Blog Artikel, möchte alles ganz besonders gut machen und ordentlich mit Bildern und Links arbeiten. Dann kommt etwas dazwischen, dass in dem Moment als wirklich sehr viel wichtiger erscheint und prompt bleibt so ein Artikel Entwurf in der „Warteschleife“ hängen. Tatsächlich möchte ich aber niemandem diese Nachlese vorenthalten und die angesprochenen Sessions waren wirklich sehr inspirierend, daher scheint es mir auch in Ordnung, diesen Artikel heute noch nach zu liefern.

#CCH12 27.11.12 Hannover

Unterwegs zum Convention Camp 2012 bereits der erste Grinser… Zwei Jungens sitzen da und unterhalten sich über auf Papier geschriebene Einsen und Nullen. Mit Einsen und Nullen fing doch irgendwie all das an, was heute für diejenigen die sich auf den Weg nach Hannover gemacht haben, zum Teil Lebensgrundlage ist. Egal ob als reiner Nutzer oder als Programmierer, die Technik mit der wir alle arbeiten basiert nun einmal auf an und aus, 1 und 0.

Leider ist das Netz auf der Strecke Rotenburg Hannover so mies, dass ich den Life Stream mit Julian Assange nicht schauen kann. „Hoffentlich gibt’s das später dann noch als Video.“ denke ich so bei mir, doch die Hoffnung wird schnell zerschlagen, da Assange keine Aufzeichnung will. Nur einer von vielen Hinweisen darauf, dass diese lange Flucht vor… ja vor wem oder was eigentlich? Eine Frage die später noch diskutiert wird… Spuren hinterlassen hat, die stellenweise sehr an Paranoia erinnern.

Angekommen im Convention Center der Messe Hannover, erst einmal orientieren. Da kaum Menschen zu sehen sind, liegt der Verdacht nahe, dass bereits lauter interessante Sessions laufen. Am Session Board dann die Feststellung „Was mich wirklich interessiert, startet gleich erst“ Glück gehabt.

Meine erste Session also die von Ibrahim Evsan zum Thema „Selbstvermarktung“

Zum Auftakt spricht Ibo die wichtigsten Punkte an, die nötig sind für eine erfolgreichen  Selbstvermarktung: Sich selber mögen, Talente und Ziele gut definieren, agil sein und vor allem… Scheiß auf Work Life Balance wer liebt was er tut, braucht das nicht und findet seine Balance am ehesten darin, seinen Job zu machen. Zum Thema Öffentlichkeit und öffentliche Kommunikation findet Ibo dann auch die einfachen klaren Worte: „Wer veröffentlicht übernimmt Verantwortung!!!“  Doch wie viel Öffentlichkeit braucht es bzw. wie werde ich zu einer „öffentlichen Person“? Ganz einfach… Bücher, Artikel und Kommentare schreiben. Immer daran denken: Du bist die Botschaft! Definiere deine Web Geschichte und bewege Dich in dem Umfeld, dass Deinen Zielen entspricht. Oder einfacher formuliert:

A Leute ziehen A Leute an… Scheiß zieht Scheiß an

Frag dich immer Liebe ich eigentlich was ich da tue?

„Habe den Mut dich deines Verstandes zu bedienen“ *Immanuel Kant

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Die nächste Session die mein Interesse geweckt hat sollte sich um das Thema Social Media Monitoring drehen.

 

Felix Barth und Tim Büttner auf dem Panel mit: Stefan Evertz, Juliane Leopold (Zeit online), Paul Baumann (Rossmann GmbH), Uwe Knaus (Daimler)

Tatsächlich drehte sich die Session dann aber vor allem um den von jedem Kommunikationsberater im Zusammenhang mit Social Media Arbeit verhassten Begriff Retourn On Invest.

Da ich meist abschalte sobald das Gespräch auf den ROI kommt, habe ich mir also nur die Punkte notiert, die ich bemerkenswert fand:

Juliane Leopold von Zeit online sagt, 7 Prozent aller Klicks kommen aus Social Media Aktivitäten. Ob das nun wirklich ein Retourn on Invest ist, bleibt aber offen.

Uwe Knaus, der sehr erfolgreich für die Firma Daimler in allen bekannten Social Media Plattformen aktiv ist, „wenn die Insolvenz droht wird Social Media das auch nicht ändern!“ Für ihn ist aber der Blog das wichtigste aller sozialer Medien, alles andere dient dazu, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. (Da bin ich ganz seiner Meinung. Der Blog ist Dreh- und Angelpunkt aller Social Media Aktivitäten, wer da nicht die Erwartungen bedient, die in anderen Plattformen geweckt werden, wird auch mit allem anderen nicht erfolgreich sein.)

Paul Baumann der für Rossmann die Social Media Präsenzen betreut, ist SoMe in erster Linie Kundenservice. Er hat die Erfahrung gemacht das die SoMe Fans und Freunde mehr kaufen und treuer sind. Baumann sagt:“ wir löschen nix, beantworten alles. Ohne Facebook Ads!!!!“

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Nachlese zum Assange Opening

Detlef Borchers, Sascha Pallenberg, Richard Gutjahr, Frank Sander haben sich spontan zusammen gefunden, um das Skype Gespräch mit Julian Assange noch einmal Revue passieren zu lassen.

Allgemeiner Eindruck,  Assange hat langsam einen Lagerkoller! Sechs Monate in einer 15 qm Bude in der Botschaft, das einzige Fenster ist abgeklebt, bieten die besten Voraussetzungen wahnsinnig zu werden. Er scheint auf jeden Fall völlig neurotisch zu sein. Paranoid ist sicher die passende Beschreibung, nachvollziehbar sagt Gutjahr, denn aktuell von den größten Geheimdiensten der Welt gesucht zu werden, wissen dass ein Fehler in Guantanamo enden könnte, das macht sicher paranoid.  Die Frage steht im Raum, was denn von diesem Auftritt erwartet wurde? Ein Frager hat Inspiration vermisst… Frank Sander erklärt, die Orga hat nichts erwartet, daher auch nichts vermisst.  Als Gutjahr die erste Frage gestellt hat, kam von Assange keine entsprechende Antwort, er hat gleich mit seinem Buch gestartet im Wissen völlig neben dem Geplanten zu liegen. Die folgenden knapp zwanzig Minuten gleichen dann auch eher einer Buch Promotion denn eines Interviews, bei all denen, die das Interview live erlebt haben, herrscht aber Einigkeit darüber, dass Richard Gutjahr trotzdem einiges Interessantes von Assange entlocken konnte.     „Die Transparenz frisst ihre Kinder“  als ich das sagte stimmten mir alle zu und ausgerechnet eine Piratin hat das gewittert 😉

Jan-Erik Baars Industriedesigner zum Thema wütende Designer

Meta Chage: Früher waren Hierarchien wie ein Stück Torte alles aufgeschichtet und die Dekor Kirsche war der Chef, heute ist es wie bei einer Pizza, alles flach alle vernetzt.

2012-11-27 17.18.21

Innovation von heute ist Erlebnis. Es dreht sich nicht um Technologie es dreht sich um den Menschen. Erlebnis ist… Eine Symphonie, oder wie ein Lieblingsrestaurant  Dinge die stimmig sind, die zusammen passen, die aufeinander aufbauen. Was bedeutet das für Designer. Wir müssen es symphonisch gestalten.  Alle Abteilungen sind als Einzelkämpfer unterwegs. Die Ebenen der Kommunikation des Designs beginnen mit dem Ende. Wo liegt der Mehrwert? In der Relevanz! Erlebnis ist ein Wachstumstreiber. Der Marktführer Apple schafft Loyalität und Motivation. Ein inspirierender Vortrag. Ja, aus Marketer Sicht ebenso wie als Kommunikatorin, ist genau da der Schlüssel… Nicht alle haben recht und nicht jeder weiß was der richtige Weg zum echten Markenerlebnis ist, gemeinsam könnten aber alle aufeinander aufbauende Kommunikation gestalten und damit ein symphonisches Erlebnis schaffen. Jeder für sich beherrscht eben nur seine Technik.

 

Wünsch Dir was

„Wir sind doch hier nicht bei Wünsch Dir was“ Schon mal gehört diesen Satz? Ich höre das öfter, wenn ich frage „Wie sieht denn Ihre 100% perfekte Situation im Zusammenhang mit Ihrem Unternehmen aus?“ Doch tatsächlich trauen viele sich nicht, das absolute Idealbild zu beschreiben. Natürlich, viel Geld verdienen, dass wollen alle und trauen sich das auch zu sagen. Ist das aber wirklich das Einzige, was sich ein Unternehmer wünscht? Ist das vor allem ein Ziel, für das es sich lohnt, auch mal schwierige Situationen auszuhalten? 

Ziele auch so ein Wort, dass immer wieder irgendwo auftaucht (bei guten Beratern und Trainern sollte dieses „irgendwo“ ganz am Anfang stehen), wenn es darum geht seine Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Doch was nutzt es denn, wenn unter dem Wort „Ziel“ lauter tolle Sachen auftauchen, dies dann überall notiert, visualisiert oder auf andere Weise festgehalten wird, wenn dieses Ziel völlig unrealistisch ist? Vielleicht sogar realistisch und erreichbar, aber bei genauerer Betrachtung gar nicht so attraktiv wie anfangs gedacht, entfaltet so ein Ziel ja auch nicht gerade ein Sogwirkung die es einfach machen könnte anzukommen. Wenn dann auch noch irgendwelche Hindernisse unterwegs auftauchen, vergeht manch einem dann oft auch die Lust, sich diesem Ziel weiter zu nähern. Deshalb ist wichtig, am Beginn jeder Strategie-Planung erst einmal sehr genau und gründlich herauszufinden, wo diese Reise denn genau hingehen soll und warum es gut ist, sich auf diesen Weg zu machen. Schließlich bringt auch das beste, neueste Navigationsgerät sie nicht ans Ziel, ohne dass Sie vor der Fahrt die genauen Daten des Zielortes eingeben. Auch wird das tollste Reisebüro keine wirklich ansprechende Empfehlung für ihren Urlaub finden, wenn Sie nur sagen „Ich brauche Urlaub“ ohne genauer zu erklären, wie denn Ihre Vorstellung eines wirklich guten Urlaubs aussieht. Selbst für die Suche nach neuen Mitarbeitern, ist es doch wichtig, genau beschreiben zu können, was dieser Mitarbeiter denn können muss. All dies geht natürlich auch nach und nach, Sie können natürlich auch unterwegs erst ins Navi eingeben an welchen Ort es Sie führen soll. Der Mensch im Reisebüro kann Ihnen auch einfach mal alles zeigen, was er gerade so im Angebot hat. Genauso können Sie eine Zeitungsanzeige schalten in der steht einfach nur „Mitarbeiter gesucht“. Ob Sie dann aber wirklich Zeit, Geld oder Geduld dafür aufbringen wollen, um etwas zu erreichen, von dem Sie nicht sicher sein können, dass es das ist was Sie wollten?

Deshalb sollten Ziele SMART sein. 

 

Spezifisch Konkret, Sie haben sich Ihr Ziel sehr genau überlegt und können das auch formulieren. Mit einfachem „Erfolgreich werden“ gibt sich selbst Google nicht zufrieden, um Ihnen genau die Seite zu zeigen die für Sie die Richtige ist.

Messbar, es also klar ist, woran Sie erkennen, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben.

Aktiv beeinflussbar, Sie können Ihr Ziel selber erreichen und sind nicht auf Schicksal oder Zufall angewiesen.

Realistisch, auch wenn alles möglich ist bei „Wünsch Dir was“ gibt es doch manchmal Grenzen, über die auch der kreativste Träumer nicht hinweg kommt.

Terminiert, denn nur was auch absehbar erreicht werden kann, ist es wert aufzubrechen, egal wie weit weg der Termin ist.

Was braucht es zum SMART formulieren?

Ja genau, die Zeit und Möglichkeit, sich darauf einzulassen, diese smarten Ziele zu er“träumen“. Sich also erst einmal seiner eigenen Wünsche genau bewusst zu werden. Dazu dient die Eingangs-Frage nach der 100% perfekten Situation. Die Zeit und Energie, die Sie hier investieren, sparen Sie sogar mit Zinsen wieder ein, wenn Sie zielgenau unterwegs sind. Auch den idealen Kunden zu beschreiben, ist wichtig für die passende Kommunikations-Strategie. „Der Köder soll dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“ und das funktioniert schließlich nur, wenn Sie wissen, welchen Fisch Sie denn da angeln wollen.

und jetzt…

Viel Erfolg beim Träumen und Wünschen

Billig muss man sich leisten können

Aus gegebenem Anlass, hier einmal ein Artikel den ich im Jahre 2009 geschrieben habe, von meinem privaten Blog auf diesen kopiert.

“Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte. Die Menschen die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen.

Wenn sie zu viel bezahlen, verlieren sie etwas Geld, das ist alles. Wenn sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen sie das niedrigste Angebot an, müssen sie für das Risiko das sie eingehen etwas hinzurechnen und wenn sie das tun, dann haben sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.” *John Ruskin, engl. Sozialreformer 1819-1900*

Nun ist der gute Mann der das gesagt hat ja schon über hundert Jahre tot, aber recht hat er immer noch. Meiner Meinung nach ist vor allem diese “es geht immer billiger” Mentalität in unserem Lande, zu sehr großen Teilen mitverantwortlich ist an der derzeitigen Krisenstimmung. Mich packt die blanke Wut, wenn ich höre, dass Unternehmer die Produktionskosten mit allen Mitteln senken, die Produktionsmenge aber hoch schrauben. Kosten senken bedeutet doch meist, am Faktor Mensch Einsparungen vorzunehmen, also Entlassungen und Lohnkürzungen. Am Material wird dann auch noch ein bisschen was gespart, so dass im Ergebnis “Billigschrott” verkauft wird, aber weiterhin ein Name dran steht, der einst für Qualität stand. “Made in Germany” ist heute ja nicht mehr annähernd das wert, das es mal war. Das weiß leider auch der Rest der Welt, nur wenn es nicht auf Klasse sondern auf Masse ankommt, kauft man in Fernost, da ist´s meist noch billiger.

Wann besinnen sich also deutsche Unternehmer endlich wieder auf das was unser Land mal zum “Wirtschaftswunderland” gemacht hat: Qualität aus Deutschen Landen, etwas teurer, dafür aber herausragend gut. Dann können Arbeitnehmer von dem Lohn ihrer Arbeit auch wieder beim Metzger kaufen, statt im Discounter. Das Auto käme aus Rüsselsheim, Stuttgart, Wolfsburg oder ähnliches und die Reifen aus Hannover. OK, ganz so naiv wie´s kling bin ich natürlich nicht, aber wenn jeder von uns anfangen würde bei sich selber darauf zu schauen, nach welchen Kriterien er einkauft und wenn dann immer mehr so naiv denken wie ich… ja dann vielleicht???? Es geht nicht immer darum zu wissen was nicht funktioniert, es geht darum zu überlegen was nötig ist, damit es doch funktionieren kann.

Die „Neuen Seiten“ bei Google Plus

Na gut, so ganz neu sind die Seiten inzwischen nicht mehr… Auf Grund akutem Zeitmangels bin ich nur mit meinem dazu gehörendem Artikel etwas spät dran.

Es ist auf jeden Fall sehr einfach, diese G+ Seiten einzurichten. Auch kann jeder, der bereits ein gut gepflegtes G+ Profil hat, einfach und schnell Menschen dafür begeistern, die Seite in ihre Kreise aufzunehmen. Dann aber fängt genau das an, was auch bei Facebook Pages offensichtlich der schwierige Teil ist, Seiten mit Inhalten füllen, die gelesen werden! Womit wir wieder einmal genau da sind, wo alles beginnt, bei der Strategie. Richten Sie eine G+ Seite ein, muss bereits klar sein, zu welchem Zweck dies geschieht. Möchten Sie bestimmt Personen erreichen? Gilt es über die Seite eine bestimmte Botschaft zu verbreiten? Oder möchten Sie vielleicht einfach nur eine Seite einrichten, um für bestimmte, noch zu planende Kampagnen vorbereitet zu sein?

Mein persönlicher Eindruck ist, dass ich über das eigene Profil, sehr viel besser in den Dialog komme, als mit der Seite. Auch wenn die AngieDor Seite  bereits in über 200 Kreisen ist, bekomme ich Reaktionen auf die Inhalte nur, wenn ich diese über mein persönliches Profil weiter teile. Daher ist mein erstes Resümee, eine G+ Seite haben, zum Zwecke der Selbstvermarktung und Unternehmenspräsentation, ist sicherlich empfehlenswert. Von dieser Seite aber zu erwarten, dass es zum Dialog mit potenziellen Kunden kommt, dass sehe ich bis jetzt noch nicht. Hier zeigt sich deutlich, warum Social Media Marketing mit dem Wort Social beginnt…

Menschen beobachten, oder mögen Marken…

Menschen kaufen aber bei Menschen und dafür ist die Person hinter der Marke eben wichtiger als jede Fanpage oder G+ Seite.

Loslassen…

Lang lang ist es her, dass ich das letzte mal etwas in diesem Blog geschrieben habe, nicht weil es nicht täglich neues gibt, über das es sich zu schreiben lohnen würde, sondern weil die Zeit fehlt. Immer dann bloggen, wenn es etwas gibt, über dass sich das Schreiben lohnt, ist ja beinahe unmöglich, wenn doch auf all den interessanten, informativen Medien ständig Neues zu finden ist. Ganz nebenbei gilt es ja auch noch, sein „Kerngeschäft“ zu schaffen. Wer also, wie ich, sein täglich Brot nicht mit dem Bloggen verdient, sollte lernen los zu lassen…

Inzwischen starten ja immer mehr Nutzer in die Social Media Welt mit einer Strategie, die zeigt, was denn überhaupt die richtigen Social Media Tools sind, um die definierten Ziele zu erreichen. Haben Sie noch keine Strategie, dann wird es spätestens dann Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wenn Sie feststellen, dass dieses ganze Social Media Engagement mehr Zeit kostet als es Nutzen bringt. Es gilt also, sich selber die Fragen zu beantworten:

  • Was will ich erreichen?
  • Wen will ich erreichen?
  • Was ist meine Kernbotschaft
  • Wie bzw. Wo kann ich diese Botschaft zu den Menschen bringen, für die das interessant oder wichtig ist?
  • Woran erkenne ich, dass es funktioniert?

Oft zeigt sich schon mit Beantwortung der ersten beiden Fragen, dass es dem eigenen Ziel überhaupt nicht dient, in allen Plattformen präsent zu sein. Daraus ergibt sich dann, dass es überhaupt nichts bringt, zwischen den verschiedenen Möglichkeiten hin und her zu springen und gehetzt alle Kanäle lesen und füttern zu wollen. Wenn diese Erkenntnis dann aber gereift ist und entsprechend aufgeräumt wird, stoßen viele (ich selber auch) an den Punkt des „Loslassens“, denn lieb gewordene Gewohnheiten könnten dieser Strategie zum Opfer fallen.

Eltern erwachsener Kinder kennen dieses zum Teil schmerzhafte Gefühl des „Loslassens“, denn mit der Geburt des Kindes, bis zu seinem Auszug aus dem Elternhaus, gibt es ja ständig etwas, das sich erst (manchmal mühsam) angewöhnt wurde und dann plötzlich gar nicht mehr nötig war. Umgekehrt erinnern sich sicherlich auch noch einige, wie es war, als wir selber größer und selbstständiger geworden sind. Wie viele potenzielle Freunde und Freuden sind da im Laufe der Zeit einfach überflüssig, zum Teil sogar belastend geworden? Mit dem selben Blick sollten also auch gelegentlich die Social Media Tools betrachtet werden.

  • Nutzt das was ich hier tue überhaupt noch dem warum ich das tue?
  • Komme ich hier denn noch mit denen ins Gespräch, mit denen ich mich austauschen wollte?
  • Gibt es inzwischen andere, wirkungsvollere Möglichkeiten?

Nur eine kleine Auswahl an Fragen, die gelegentlich zum „Loslassen“ führen können. Denn es ist nun einmal bei all den schönen Zeitfressern richtig und wichtig, Abschied zu nehmen.

Im Sturm erobert Google+ die Netzwelt

Drei Tage ist es jetzt her, da tauchte Google+ auf meinem Bildschirm auf und seit dem scheint alles irgendwie in Circeln zu laufen…

Ja, dieses Google+ hat auf jeden Fall sehr vieles, womit der Suchmaschinen Marktführer den Social Network Riesen Facebook gehörig unter Druck setzten kann und wie es derzeit aussieht, auch wird. Hier schon einmal die, meiner Meinung nach, nützlichsten Google+ Erfahrungsberichte und Nutzerhinweise. Ich selber werde natürlich mit dem Hauptaugenmerk auf den Nutzen in der B2B Kommunikation auch noch eine Analyse verfassen, doch bis die fertig ist (voraussichtlich nach dem Wochenende) empfehle ich „Die ersten Gedanken zu Google+“ von @breitenbach und „Google+ Die spannendsten versteckten Features“ von Sébastien Bonset bei t3n.

Mein Google+ Account finden Sie übrigens hier: Google Profil Angelika Dorsch

Viel Vergnügen beim „circlen“ all jenen, die bereits einen Zugang haben und allen anderen sei geschrieben, das Warten wird belohnt werden 😉

Social Media Frühstückchen N°1

Müsli:

Im klassischen Marketing ist es ja üblich, mit großen Zahlen und Statistiken zu arbeiten. Da geht es darum, wie wir die Masse erreichen, in der Hoffnung, dass unter den vielen Tausenden, die wir mit unserer Markenbotschaft „beglücken“ auch genug potenzielle Kunden sein könnten. Alles ist also auf Masse ausgelegt. Da werden Daten gesammelt wo es nur geht. Eine gute „Marketing Kampagne“ wird daran gemessen, wie viele neue Daten am Ende im Bestand sind. Intelligentes klassisches Marketing sortiert diese Daten dann wenigstens noch so, dass eine klar definierte Zielgruppe angesprochen wird, aber diese klare Definition wird schnell aufgeweicht, wenn klar wird, dass hier keine Masse erreicht werden kann.

Im Social Media Marketing sind Zahlen eher zweitrangig, denn hier geht es darum, Menschen zu erreichen, die sich für unser Angebot begeistern. Natürlich will auch der Vermarkter, der den socialmedialen Weg wählt, viele Menschen erreichen und große Umsatz/Absatzzahlen generieren. Da aber die meisten Menschen einfach taub geworden sind, für Werbung und Markenbotschaften die sie nicht persönlich ansprechen, muss er erst einmal herausfinden, wer sich durch seine Markenbotschaft persönlich angesprochen fühlt. Das geht nur mit Geduld und aufmerksamen Zuhören. Die wichtigsten Schritte der Social Media Kommunikation (und nicht nur da) sind also:

1.      Zuhören Was immer Sie über andere Menschen erfahren wollen, Sie erfahren es am einfachsten, in dem Sie diesem Menschen aufmerksam und interessiert zuhören bzw. lesen, was er schreibt. Wollen Sie in einer neuen Umgebung, oder in einem ungewohnten Thema mit reden können, hören Sie denjenigen genau zu, die sich in dieser Umgebung bzw. diesem Thema besonders gut auskennen. Wer seinem Gesprächspartner interessiert und aufmerksam zuhört, wird grundsätzlich als sympathisch empfunden, nicht nur im Internet.

2.      Fragen Sie nach. Die größten Missverständnisse entstehen auf Grund von falsch interpretierten Aussagen. Bevor Sie also etwas negativ bewerten, fragen Sie den anderen, wie er das Gesagte/Geschriebene meint, so vermeiden Sie Fehlinterpretationen. Mit Verständnis-fragen zeigen Sie außerdem ihrem Gesprächspartner am einfachsten, dass Sie interessiert zugehört haben und auf die Informationen, die ihr Gesprächspartner mit ihnen teilt, wirklich Wert legen. Es ist also auch ein Zeichen für Wertschätzung dem anderen gegenüber. Gerade in einem virtuell geführten Gespräch, in dem Gestik und Mimik zur Interpretation des Geschriebenen fehlen, ist angemessenes Nachfragen, die einzige Möglichkeit Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen.

3.      Nicht unbedingt recht behalten müssen. Bedenken Sie immer, dass unterschiedliche Blickwinkel und Erfahrungen für jeden ein eigenes Ergebnis mit sich bringen kann. Selbst in der Mathematik führen kleinste Abweichungen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Wahrheit ist kein absoluter Begriff, um also die Wahrheit des anderen zu verstehen, ist es wichtig sie als seine anzuerkennen, statt auf die eigene als die absolute zu beharren.

Sie sehen also, diese drei Schritte werden außerordentlich schwierig, wenn Sie nicht über ein riesen Budget und eine Mannschaft an Mitarbeitern verfügen und trotzdem zig Tausende Kontakte bei Xing, LinkedIn, Facebook und Twitter im Auge behalten wollen. Umgekehrt ist das auch eine gute Sortierhilfe, um sich vor Spammern zu schützen. Wenn Sie sehen, dass jemand z. B. auf Twitter zig1000 Menschen folgt, dann dürfen Sie sicher davon ausgehen, dass der sich nicht wirklich für diese Menschen interessiert, sondern Daten sammelt.

Brötchen: Den Anfang macht Twitter und das aus logischem Grunde, denn hier werden Informationen „schnell mal“ geteilt. Innerhalb kürzester Zeit erkennen Sie, ob jemand „ähnlich tickt“ wie Sie, ob er Informationen über ihr Produkt/Dienstleistung als nervige Werbung oder interessante Info betrachtet und wie Sie mit ihm/ihr ins Gespräch kommen. Umgekehrt bekommen Sie bei Twitter aber auch enorm viele Informationen darüber, was aktuell als interessant gilt. Ob nun der neueste „Skandal“ oder erkennbare Trends, Neuigkeiten aus ihrem Interessengebiet, Sie entscheiden was Sie bei Twitter lesen wollen, indem Sie anderen Twitter Accounts folgen. Sollte sich herausstellen, dass jemand dem Sie folgen nur schreibt, was Sie nicht interessiert, dann „entfolgen“ Sie denjenigen einfach mit einem Klick. Achten Sie aber immer darauf, nur so viele Accounts zu abonnieren, wie Sie auch wirklich lesen können, denn  alles andere bringt ihnen nichts und frisst nur Zeit und Aufmerksamkeit. Wichtig bleibt, das Sie einfach Sie selber bleiben. Die Trennung zwischen Geschäftlich und Privat wird nun einmal in den Social Medias aufgehoben, wenn Sie bei Twitter versuchen sich auf Twitter anders darzustellen, als Sie wirklich sind, dann fliegt das schnell auf. Oft hat sich gezeigt, dass diejenigen die Twitter als albernen Quatsch bezeichnen, im realen Leben zwei Gesichter haben. Nach außen den erfolgreichen Geschäftsmann geben und privat das genaue Gegenteil, das kann keiner wirklich authentisch leben, am wenigsten auf Twitter.

Die Kaffeebar präsentiert:

Als ersten Muntermacher lernen Sie eine Frau kennen, die den Begriff “Social” so konsequent lebt, dass Ihre Botschaft innerhalb kürzester Zeit weit über die Grenzen der virtuellen Welt hinaus gehört wird.

Sina Trinkwalder ist manomama und manomama ist das erste 100%ig ökosoziale Modelabel in Deutschland. Was 100% öko-sozial bedeutet, das erklärt Sina sowohl auf der Shopseite als auch im Blog, auf der Facebook Page und bei Twitter.

Seit dem Start im April 2010, wächst die Fangemeinde stetig und das nicht nur bei Facebook, sondern vor allem in der messbaren Nachfrage. Die Augsburger Allgemeine berichtete gleich zur Eröffnung, auf vielen Blogs und Online Magazinen ist manomama inzwischen Thema und der „Social Media Preis“, den manomama am 10.11.10 erhielt, bleibt sicherlich nicht der einzige Lohn für soviel Engagement.

Obst:

TweetDeck ist ein Tool, mit dem Sie Ihre Social Media Aktivitäten, sowohl am Schreibtisch PC als auch im Smartphone oder Laptop, auf einen Blick verwalten können.

Soweit also das erste „Social Media Frühstückchen“… Was fehlt? Was sollte ausführlicher oder wo haben Sie etwas anderes erwartet? Natürlich freue ich mich auch über „Gut gemacht, alles drin“ Kommentare, denn auch an Lob kann man/frau im Social Web wachsen 😉